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Stellan Skarsgård

Stellan Skarsgård

In Schweden geboren, in der Welt zu Hause: Stellan Skarsgård gehört zu den größten internationalen Filmstars. Der 69-Jährige beeindruckt in schöner Regelmäßigkeit mit überraschenden Genre-Wechsel – und mit ironischen Statements.

“Es dauert lange, mich schön zu schminken. Dafür geht es schnell, mich hässlich zu machen”, ulkt Stellan Skarsgård gerne selbstironisch. Tatsächlich gelingt dem 1951 in Göteborg geborenen Mimen scheinbar mühelos der Wandel zwischen Gut und Böse. Skarsgård hat dafür eine einleuchtende Erklärung: “Ich glaube, es existieren keine guten oder bösen Typen. Wir sind alle potenziell böse und potenziell gut.”

Seine ersten Gehversuche vor der Kamera machte Skarsgård als 16-Jähriger im schwedischen Fernsehen. Von 1972 bis 1988 war er am Königlichen Dramatischen Theater in Stockholm engagiert. Parallel zur Arbeit in seiner Heimat startete Skarsgård seine internationale Filmkarriere mit Rollen in “Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins” und “Jagd auf Roter Oktober”.

Eine ungewöhnliche Freundschaft und ein Golden Globe

In Hollywood zeigt Skarsgård häufig in Blockbustern seine Spielfreude, darunter “Illuminati” und die “Piraten der Karibik”-Hits. 1996 engagierte ihn Lars von Trier für “Breaking the Waves”. Es war der Auftakt einer fruchtbaren Zusammenarbeit, die in “Dancer in the Dark”, “Dogville”, “Melancholia” und “Nymphomaniac” ihre Fortsetzung fand. Dabei entstand eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen den beiden Film-Ikonen: “Wir lieben es, einander aufzuziehen und zu beleidigen”, so Skarsgård. “Dabei lassen wir unseren Neurosen freien Lauf.” In der preisgekrönten Serie “Chernobyl” verkörperte Stellan Skarsgård zuletzt einen hochrangigen Minister, der sich nach der Reaktor-Katastrophe zwischen Wahrheit und politischer Pflicht entscheiden muss. Und das so eindrucksvoll, dass er dafür 2020 mit dem Golden Globe ausgezeichnet wurde.

Überraschend für die Filmkritik kam Skarsgårds Auftritt in “Thor”. Als Professor Selvig gehört er seitdem zum Marvel-Universum. Und im Musicalfilm “Mamma Mia” sang und tanzte der über 1,90 m große Schwede beinahe leichtfüßig über die Leinwand. Wobei der preisgekrönte Schauspieler nach eigenen Aussagen stimmlich an seine Grenzen stieß – trotz Gesangsstunden. Zudem hat der Schwede für Abba-Songs wenig übrig. Schließlich hat er noch bestens in Erinnerung, wie er und seine Landsleute nach dem Eurovisions-Sieg der Kult-gewordenen Band mit “Waterloo” den Song tagein, tagaus im Radio hören mussten: “Das nervte!”

Stellan Skarsgård ist in zweiter Ehe verheiratet und hat 8 Kinder, eine Tochter und 7 Söhne, darunter die Schauspieler Bill (“Es”), Gustaf (“Vikings”) und Alexander (“True Blood”). Letzterer erntete u.a. für seine Rolle in “Big Little Lies” jede Menge Kritikerlob und Preise. Ganz der Vater eben.

| Stefanie Moissl | 6. April 2021