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“Balanceakt” mit Julia Koschitz im ZDF

“Balanceakt” mit Julia Koschitz im ZDF

Im Multiple-Sklerose-Drama “Balanceakt” (ZDF, 26.8.19) zeigen rtv-Titelstar Julia Koschitz und Vivian Naefe, dass sie beide echte Größen ihres Fachs sind.

Die Diagnose

“Als ich acht war, starb meine Mutter an MS bzw. deren Nebenerscheinung Lungenentzündung”, erzählt Vivian Naefe. “Ihr Leiden hat mich zutiefst traumatisiert, ihre Krankheit führte mich in die Flucht vor der Realität und schließlich zum Filmemachen.”

Davon wussten weder Sender noch Produzent etwas, als sie der Regisseurin das Projekt antrugen. Naefes Ziel: “Ich wollte eine selbstbewusste, sinnliche Karrierefrau und Mutter zeigen, die plötzlich durch eine Krankheit aus ihrer Bahn geworfen wird.”

Julia Koschitz war die Idealbesetzung: “Sie arbeitet 14 Stunden am Tag an ihrer Rolle, ist total akribisch und versinkt in dem Charakter, den sie spielt.” Koschitz spielt die Rolle der aufstrebenden Architektin Marie, Heldin der ganzen Familie, Mutter des kleinen Luis, Frau des freischaffenden Musikers Axel, mit großer Präsenz, Leidenschaft und Verletzlichkeit.

Verzweifelt kämpft sie gegen die vernichtende Diagnose an, will das Unakzeptable zunächst nicht wahrhaben, fügt sich langsam ins Unvermeidliche, das Leben verändernde Schicksal. Koschitz liefert in gewohnter Qualität, ist voll des Lobes für die Regisseurin: “Vivian hat die Geschichte einfühlsam erzählt, ohne sentimental zu werden.”

Starke Ensembleleistung

Zum Gelingen tragen nicht nur die beiden Protagonistinnen vor und hinter der Kamera bei. David Rott spielt Maries Mann Axel, Franziska Weisz sorgt als ihre Schwester Kerstin für leichte Momente. Auch Luis, Maries kleiner Sohn, hinreißend gespielt von Jeremy Miliker, muss mühsam lernen, dass die Mama nicht mehr uneingeschränkt zur Verfügung steht. Naefe wollte “die Zuschauer fesseln, auch mit so einem Thema.” Das ist ihr gelungen, ohne rührselig zu werden.

| Andreas Herden | 20. August 2019