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“Parasite” im ARD-Sommerkino

“Parasite” im ARD-Sommerkino

Mit dem vielfach preisgekrönten Thriller „Parasite“ zeigt das ARD-Sommerkino“ hintersinnig-schonungslose Gesellschaftskritik.

Arm gegen Reich

Als der südkoreanische Regisseur Bong Joon-ho Anfang Februar 2020 zur Verleihung der Academy Awards reiste, ahnte er vielleicht schon, dass er gute Chancen auf die eine oder andere Auszeichnung haben würde. Schließlich hatte sein von der Kritik gefeierter Film „Parasite“ im Vorfeld nicht nur die Goldene Palme in Cannes, sondern auch jeden anderen relevanten Filmpreis eingeheimst. 

Doch dass er Filmgeschichte schreiben würde, damit hatte wohl keiner gerechnet: Bei der 92. Verleihung der Academy Awards gewann „Parasite“ als erstes fremdsprachiges Werk den Oscar für den „Besten Film“ – und das obwohl er zuvor schon als „Bester ausländischer Film“ und auch in den Kategorien „Beste Regie“ und „Bestes Drehbuch“ ausgezeichnet worden war. 

Klassenkampf mit Abgründen

Fans des asiatischen Kinos war Bong Joon-ho („Mother“) schon vor seinem Oscargewinn ein Begriff. Hat er sich doch mit mehreren sehenswerten Produktionen im Thriller- Fach einen Namen gemacht. Dazu zählen u.a. das Serienkillerdrama “Memories of Murder” (2003), der Monsterfilm “The Host” (2006), der verfilmte Klassenkampf “Snowpiercer” (2013) sowie das Netflix-Abenteuer-Drama “Okja” (2017). Alles Filme, die ihren Weg auch nach Deutschland fanden. Doch erst mit “Parasite” bekommt er die Aufmerksamkeit, die er verdient. Mit „Parasite“, der am 27. Juli Free-TV-Premiere feiert, ist der Kultregisseur nun im Mainstream angekommen. 

Die Geschichte von “Parasite” erzählt vom Kontrast zwischen Arm und Reich, vom sozialen Gefälle und der Spaltung der koreanischen Gesellschaft. Systemkritik in verdaulichen, aber höchst intensiven Bildern. Bong stellt zwei Familien gegenüber. Zum einen Familie Kim, die in einer engen, heruntergekommenen Kellerwohnung ohne Tageslicht hausen muss, weil die Eltern schon seit Jahren arbeitslos sind. Zum anderen Familie Park, die in einer riesigen, modernen Villa lebt. 

Der Kontrast könnte nicht stärker sein. Kiwoo, eines der Kinder von Familie Kim kommt über einen ehemaligen Schulfreund an die Stelle als Vertretungs-Nachhilfe-Lehrer für die Tochter der Parks. Er nutzt seine Chance, freundet sich mit der Frau seines neuen Chefs an, und sorgt dafür, dass auch andere Familienmitglieder bei den Parks angestellt werden. Doch das reicht ihnen nicht. Sie wollen mehr. Doch ein düsteres Geheimnis im Keller ihrer Arbeitgeber lässt ihren Plan entgleisen.

Der Film schwankt stilsicher zwischen Psychothriller, schwarzer Komödie und Sozialdrama. Ein spannender Mix, der seinesgleichen sucht und auch weniger Asia-Kino-affine Zuschauer in seinen Bann zieht.

Sendetermine “Parasite”

  • Dienstag, 27.7., 23:00 Uhr, Das Erste: “Parasite”
  • Dienstag, 27.7., 02:50 Uhr, Das Erste: “Parasite” (Wh.)

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| rtv Redaktion | 22. Juli 2021