Stars & Fernsehen » “Polartag: Skandinaviens Wildnis im Sommer”
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“Polartag: Skandinaviens Wildnis im Sommer”

“Polartag: Skandinaviens Wildnis im Sommer”

In „Polartag“ (07. und 14.12.2020) stellen Alexandra und Steffen Sailer das sommerliche Leben im Norden Skandinaviens vor. Ein Film mit bärenstarken Hauptdarstellern und winzigen Bäumchen

Ein kurzer, wilder Sommer

Der Braunbär hat keine Zeit zu verlieren. Gerade noch lag er im Winterschlaf. Ohne Nahrung, ohne Wasser. Nun gilt es, das halbe Körpergewicht bis zum Herbst wieder anzufressen.

Mit beeindruckenden Aufnahmen aus der Tier- und Pflanzenwelt erzählen die Naturfilmer Geschichten aus dem hohen Norden. Faszinierend zum Beispiel die Bilder von einer Herde Rentiere, die geschlossen durchs Meer schwimmt, um eine unbewohnte Insel mitten im Fjord zu erreichen. Hier lauern keine Raubtiere, die trächtigen Rentierweibchen könnnen in Ruhe ihre Jungen zur Welt bringen. Später geht es in kleinen Gruppen zurück zum Festland. 

Von Ruhe kann an den felsigen Steilküsten keine Rede sein. Dreizehenmöwen haben ihre Nester bezogen und renovieren die Brutstätten vom Vorjahr. Die Küstenseeschwalben kommen vom anderen Ende der Welt, der Antarktis. Sie haben unfassbare 20 000 Kilometer zur Küste Norwegens zurückgelegt, um sich an der reich gedeckten Fischtafel zu bedienen. Auch den kleinen Vielfliegern bleibt nicht viel Zeit: „Schon in acht Wochen beginnen sie wieder ihre Rekordreise in den Süden“, heißt es im Film.

Spannende Naturgeschichten

Manchen Pflanzen reicht der kurze Sommer nicht aus, um den kompletten Wachstumszyklus zu absolvieren. Die Alpenazalee, ein Heidekrautgewächs, verteilt daher ihren Reifeprozess auf drei Jahre. Im ersten Sommer bilden sich die Knospen, im zweiten öffnen sich die Blüten, im dritten reifen die Samen. So kann es sein, dass sich Knospen, Blüten und Samenkapseln in direkter Nachbarschaft befinden und weiterentwickeln. 

Etwa drei Monate lang haben Pflanzen im Norden Skandinaviens gute Wachstumsbedingungen. Hohe Bäume entstehen in dieser kurzen Zeit nicht, eher Zwergbäume wie die Polarweide, die mit nur wenigen Zentimetern Höhe doch als Baum gilt – als einer der kleinsten der Welt, versteht sich. 

Eine satte Dreiviertelstunde werden in „Polartag“ viele Geschichten erzählt. Von lustigen Austernfischern, spielenden Polarfüchsen, wehrhaften Bären. Wer dabei mehr Lust auf Polares bekommt: In einer Woche zeigt das Erste den zweiten Teil der Doku: „Polarnacht – Skandinaviens Wildnis im Winter“. 

Polartag: Skandinaviens Wildnis im Sommer, 2 Teile, am 07. und am 14.12. um 20:15 Uhr im Ersten. Danach bis Anfang März 2021 in der ARD-Mediathek.

| Andreas Herden | 2. Dezember 2020