Ein Interview mit Gaby Dohm

T&T/Wolfgang Wittenburg

Eigentlich ist Gaby Dohm (68) nur eingesprungen, weil es ihrer Kollegin Rosel Zech gesundheitlich nicht gut ging und sie nicht weiter vor der Kamera arbeiten konnte. Nach dem Tod der Kollegin soll Gaby Dohm nun für länger regelmäßig in einer Serie auf den Bildschirm zurückkehren: Als harsche Schwester-Oberin Louise von Beilheim. Ein Gespräch über ihre neue Aufgabe, über Lieblingsrollen und ständige Erreichbarkeit ...

Frau Dohm, was hat Sie bewogen, als Schwester-Oberin bei „Um Himmels Willen“ einzusteigen?

Gaby Dohm: Es ist eine sehr originelle Rolle. Und ich übernehme keinen bestehenden, sondern es ist ein völlig anderer Charakter, eine neue Rolle. Außerdem bekommt man solch komödiantische Drehbücher selten in die Hand.“

Ist Ihr Auftritt in der Serie zeitlich begrenzt?

Gaby Dohm: Der Auftritt war nur für kurze Zeit gedacht, weil Rosel Zech ein Jahr pausieren wollte. Das hatte sie vorher angekündigt und so hat Autor Michael Baier eine neue Figur erfunden.

Was ist Ihre Figur für ein Charakter?

Gaby Dohm: Oberin Louise von Beilheim wird aus Köln geholt, um die Mutter Oberin zu vertreten. Sie betont ihre Vergangenheit und ihren adeligen Background sehr. (...) Diese Frau ist auch sehr streng und nicht immer sehr sympathisch, weil sie ihre Umgebung etwas hochnäsig behandelt.

Ist es für Sie mitunter schwierig, das Komödiantische herzustellen, wenn es vielleicht mal einen Tag gibt, an dem Ihnen nicht so zum Lachen zumute ist?

Gaby Dohm: Nein, überhaupt nicht. Ich liebe das Komödiantische und ich habe es viel zu wenig gespielt. Ich finde das wirklich wunderbar.

Sie waren in Ihren Filmen Intrigantin im Rollstuhl, Reederei-Inhaberin in Hamburg und italienische Restaurant-Besitzerin. Mögen Sie es lieber, wenn die Figuren nahe an Ihnen dran sind oder weiter weg?

Gaby Dohm: Je mehr eine Figur von mir persönlich weg ist, umso besser finde ich es, denn umso interessanter ist ein Charakter zu spielen. (...) Was ich aber sehr gerne spiele – und selten kriege –, das sind diese versteckt aggressiven und bösen Frauen.

Wenn Sie während der Arbeit diszipliniert sein müssen, es gibt eine Dispo, die einzuhalten ist, ein Team, in dem Sie mitarbeiten. Gibt es Sie privat auch mal völlig undiszipliniert?

Gaby Dohm: Es ist einfach so, dass ich mitunter sehr chaotisch bin. Ich lege auf dem Stubentisch meine Ohrringe ab, und dann suche ich sie später und denke, warum habe ich sie denn dort abgelegt? Das passiert mir auch mit dem Handy oder dem Schlüssel.

Muss man unbedingt immer erreichbar sein?

Gaby Dohm: Absolut nicht! Man hat heute in keiner Sekunde seine Ruhe. So schön und wichtig ein Handy sein kann, ich finde, da muss man sich schon selber disziplinieren.

Sie schalten Ihr Handy bewusst aus und sind nicht erreichbar?

Sicherlich, weil es mich auch irgendwo verwirrt, denn man denkt immer, man spart Zeit, wenn man einen Anruf erledigt hat, aber es gibt 1.000 Leute, die rufen einen zu ganz blödsinnigen Dingen an und vor allem sagen sie immer: Du, das macht ja nichts, wir können ja noch mal telefonieren!

Start von 13 neuen Folgen "Um Himmels Willen", am 10. Januar 2012

5.1.2012, 0.00 Uhr

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