20 Jahre "Feste": Interview mit Florian Silbereisen

Seit 20 Jahren feiert das Erste "Feste", Florian Silbereisen moderiert seit zehn Jahren. Wie er mit Stefan Raabs Kritik umgeht, was ihn ärgert und wie die Show ihn verändert hat, verrät er im Interview

Interview: Karoline Friedrichs / T&T

Vor genau zehn Jahren haben Sie Ihre erste Samstagabendshow in der ARD moderiert. Welche Erinnerungen verbinden Sie mit diesem Abend?

Florian Silbereisen: Die Zeit vor der ersten Sendung war sehr emotional für mich. Zu diesem Zeitpunkt haben nur ganz wenige Menschen an mich geglaubt. Der Druck war unheimlich groß. Plattenfirmen und Manager haben uns am Anfang boykottiert und gesagt: Wenn dieser junge Mann die Show übernimmt, dann kommen unsere Künstler nicht mehr.

Wie haben Sie die Show erlebt?

Florian Silbereisen: Der emotionalste Moment für mich war, als die Show zu Ende ging und mir mein Manager Michael Jürgens erzählte, dass Rudi Carrell angerufen habe.

Was hat er gesagt?

Florian Silbereisen: Sinngemäß: "Ich dachte, mein Beruf ist ausgestorben, aber jetzt habe ich gerade den Florian gesehen und weiß: Mein Beruf lebt weiter." Das war für mich ein Ritterschlag.

In den ersten Jahren mussten Sie trotzdem viel Kritik über sich ergehen lassen. Stefan Raab hat Sie mal als "Senioren-Stricher" bezeichnet ...

Florian Silbereisen: Jaja (lacht)

Wie viel Kraft haben Sie gebraucht, um das zu ertragen?

Florian Silbereisen: In gewisser Weise hat mir die Kritik auch geholfen.

Inwiefern? 


Stefan Raab hat mir geholfen


Florian Silbereisen: Stefan Raab hat sich Woche für Woche über mich lustig gemacht. Dadurch haben wir bei einer ganz anderen Zielgruppe einen enormen Bekanntheitsgrad erlangt. Menschen, die uns nicht kannten, haben da vielleicht gedacht: Diese Show ist so lustig, da müssen wir mal reinschauen.

Die Show hat sich verändert, Sie selbst auch. Ihr "Style" ist neu. Die Haare sind ab, die Anzüge lässiger ...

Florian Silbereisen: Ach, das würde ich nicht so hochhängen. Das ist doch normal, dass man sich mal die Haare abschneidet. Ich bin einfach ein Stück erwachsener geworden.

Auch härter?

Florian Silbereisen: Nein, härter nicht. Ich weiß natürlich heute – und das ist vielleicht schon ein Unterschied zu vor zehn Jahren – dass ich besser aufpassen muss, was ich sage, was ich mache.

Wie hat sich Ihr Leben verändert?

Florian Silbereisen: Nicht so stark, wie viele glauben. Ich lebe immer noch in meinem Haus bei Passau, habe immer noch dieselben Freunde wie vor 15 Jahren – und vier ältere Geschwister, die passen schon auf, dass ich nicht abhebe. (lacht)

Rasten Sie auch mal aus?

Florian Silbereisen: Nicht wirklich. Ich ärgere mich höchstens mal, wenn manche Blätter es übertreiben. Neulich stand innerhalb einer einzigen Woche in drei verschiedenen Zeitschriften: Erstens: Helene und ich heiraten. Zweitens: Helene und ich haben uns getrennt. Drittens: Wir bekommen ein Baby.

Und nichts davon ist wahr.

Florian Silbereisen: So ist es.

Apropos Helene: Sie sind viel unterwegs, Helene Fischer genauso. Wann sehen Sie sich?

Florian Silbereisen: Wenn ich auf Tournee bin, ist sie meistens nicht unterwegs und kann mich besuchen. Umgekehrt genauso. Und wenn wir frei haben, genießen wir die Zeit. Ein Lkw-Fahrer, der nachts unterwegs ist, hat es schwerer. Der sieht seine Familie sicher weniger.

20.10.2014, 0.00 Uhr

Interview empfehlen