3 Fragen an Lars Kraume

Der Regisseur Lars Kraume sorgte zuletzt mit dem Justizdrama "Terror – Ihr Urteil“ für Aufsehen. Sein "Familienfest“ fand nach der Vorpremiere auf dem Münchner Filmfest einen Verleih und lief 2015 in den deutschen Kinos

Vorbild "Das Fest"

Wie haben Sie den bitterbösen Ton des Drehbuchs umgesetzt?

Lars Kraume: Man hätte als Regisseur natürlich sagen können: Oh, das ist mir jetzt zu böse, das kann man so nicht sagen, das ist politisch unkorrekt. Aber was ich an dem Drehbuch so stark fand, war genau die Tatsache, dass sich in den Dialogen ständig die Klingen kreuzen. Das Buch hat eine tolle Vorlage geliefert, und die Darsteller haben das mit Lust gespielt – vor allem Günther Maria Halmer, dem ja der Großteil des zynischen Tons zufällt. Er spielt diese Figur so völlig ungeschützt und klar, wie sie angelegt ist.

Wie in "Familienfest“ das Großbürgertum seziert wird, erinnert an Thomas Vinterberg …

Lars Kraume: Dass "Das Fest“ ein großes Vorbild für unseren Film ist, liegt schon allein wegen des ähnlichen Titels auf der Hand. Allerdings läuft Vinterbergs Film doch sehr auf diese spezielle Ausnahmesituation von Inzest hinaus. ­"Familienfest“ dagegen ist alltäglicher, realistischer, wenn man so will.

Und für wen haben Sie "Familienfest“ gemacht?

Lars Kraume: Ich glaube, dass dieser Film heilsam für alle ist, die kein perfektes Familienleben haben, was vermutlich sehr viele sind. Denn im Kern hat er eine einfache und klare Botschaft: Familie bedeutet Arbeit für alle Beteiligten.

23.11.2016, 0.00 Uhr

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