3 Fragen an Susanne Bormann

Anlässlich des Sat.1-Films "Nicht mit uns! Der Silikon-Skandal"

Im Justizfilm "Nicht mit uns! Der Silikon-Skandal" spielt Susanne Bormann eine toughe Polizistin. Uns hat sie verraten, weshalb sie bei schon bei den Recherchen zum Thema extrem wütend wurde. 

Die Lücken im System 

Was findest du das besonders Spannende an diesem David-gegen-Goliath-Duell?
    
Susanne Bormann: Konzerne nehmen immer wieder in Kauf, dass Menschen zu Schaden kommen, damit Firmen und Anleger ihre Gewinne maximieren. In diesem realen Fall wurden die Opfer nun auch noch von der Justiz allein gelassen. Der Silikonskandal liefert somit ein Beispiel für die Lücken in unserem Rechtssystem. Unserem Film gelingt es, diesen Skandal auf fesselnde, tiefgründige aber eben auch humorvolle Art zu beleuchten und entlässt dabei auch die Aktionäre nicht aus ihrer Verantwortung, was ich einen sehr wichtigen Aspekt finde. "Nicht mit uns" zeigt, wie steinig der Weg ist, wenn man sich mit einem schier übermächtigen Gegner anlegt. Und trotzdem - wenn man etwas wirklich will, dann findet sich meist auch ein Weg ans Ziel - auch wenn dieser anders ist als gedacht ...
    
Inwieweit hast du dich mit den Tatsachen dieses Skandals beschäftigt? Mit Betroffenen gesprochen oder Ähnliches?

Susanne Borman: Hannes Jaenicke, von dem ja die Idee zu diesem Film stammt und der Regisseur Holger Haase haben intensiv recherchiert und sich z.B. mit einem Arzt getroffen, der die Implantate einer betroffenen Patientin aufgrund massiver Beschwerden explantiert und auf eigene Faust untersucht hat. Er hat sofort festgestellt hat, dass hier minderwertiges Bausilikon verarbeitet wurde. Dass der TÜV selbst zu so einer Materialprüfung nicht verpflichtet war und sich nach eingehenden Beschwerden derart von der Firma PIP hat täuschen lassen und sich nun als Opfer stilisiert, um keinen Schadensersatz zahlen zu müssen, ist schon enorm. Die Fakten dieses Skandals, z.B. dass die Opfer in Deutschland bisher keinerlei Entschädigung erhalten haben und von der Justiz nicht ernst genommen wurden, hat mich extrem wütend gemacht, das habe ich für die Rolle benutzt.
    
Und wie war die Zusammenarbeit mit Hannes Jaenicke, der ja der Ideengeber des Films war?
 
Susanne Bormann: Es ist eine große Freude mit einem Kollegen zusammenzuarbeiten, der so hinter dem Thema des Films steht wie Hannes. Er ist einfach ein unverwüstlicher Idealist und Kämpfer und an diesem Punkt haben wir uns auch getroffen. Das kenne ich von mir selbst ganz gut (lacht). Wir hatten anregende Diskussionen in Drehpausen über Umweltthemen, Finanz- und Konzernpolitik. Da Hannes ein wandelndes Lexikon und immer bestens informiert ist, waren diese Gespräche immer wieder eine echte  Bereicherung. Wir haben ausgesprochen gerne miteinander gearbeitet und er hat mir von Anfang an das Gefühl gegeben, willkommen zu sein in diesem Projekt.

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