Interview mit Anja Kling

Zur Ausstrahlung des Films "Angst"

Im Thriller "Angst" bekommt es Anja Kling mit einem fiesen Stalker zu tun. Ein Interview über den Film, ihre Mutterrolle und was ihr noch Angst macht 

"Jede Mutter wird zur Löwin ..."

Im Thriller "Angst – Der Feind in meinem Haus" wird das Ehepaar Tiefenthaler und seine beiden Kinder vom Nachbarn bedrängt, der ebenfalls mit im Haus wohnt. Auch als die Bedrängung zur Bedrohung wird, kann ihnen der Rechtsstaat nicht helfen. Der Gedanke an Selbstjustiz keimt auf. Ein Film, der unter die Haut geht. Vielleicht auch, weil er auf Tatsachen beruht. Anja Kling spielt die Rolle der Rebecca Tiefenthaler. Sie wohnt mit ihrem Lebenspartner und den Kindern Tano (16) und Alea (13) vor den Toren Berlins im Grünen. Im Gespräch redet sie über Stalken, ihre Mutterrolle – und das  Riesenradfahren. 

Frau Kling, waren die Dreharbeiten für Sie so unheimlich, wie der Film jetzt für den Zuschauer ist?

Anja Kling: Nicht wirklich, denn ich hatte beim Drehen keine Angst vor dem Kollegen Udo Samel (lächelt). 

Was können Sie zur "Ehrenrettung" des Kollegen Udo Samel sagen, der Ihren Nachbarn spielt?

Anja Kling: Udo Samel ist ein sehr freundlicher Kollege, er ist überaus professionell, und es hat mir sehr viel Freude gemacht, mit ihm zusammenzuarbeiten.

Was tun Sie für gute Nachbarschaft?

Anja Kling: Zunächst einmal würde ich behaupten, dass ich keinen Menschen stalke (lacht). Ich habe großes Glück, dass ich ganz viele tolle Nachbarn habe. Ich wohne in einem kleinen Ort und viele, die meine engsten und liebsten Menschen sind, auch (auch ihre Eltern und ihre Schwester Gerit Kling – Anm. der Redaktion). 

Ihre Filmfigur wird zur Löwin, weil auch ihre Kinder bedroht werden. Können Sie das nachvollziehen?

Anja Kling: Natürlich. Ich glaube, jede Mutter wird zur Löwin, wenn die eigenen Kinder bedroht werden.
 

Das schreckliche Riesenrad

Mütter tun ja viel für ihre Kinder. Haben Sie mal ein Opfer bringen müssen, z.B. den Kindern zuliebe in eine Achterbahn einsteigen?

Anja Kling: Ich wollte einmal auf dem Berliner Weihnachtsmarkt unbedingt mit meinen Kindern zusammen eislaufen. Beide Kinder hatten aber keine Lust dazu. Also haben sie gesagt: ,Wir gehen mit dir eislaufen, wenn du mit uns hinterher im Riesenrad fährst.‘

Und? 

Anja Kling: Ich muss dazu sagen, dass ein Riesenrad für mich ganz fürchterlich ist, vor allen Dingen das überdimensionale Riesenriesenrad auf dem Berliner Alexanderplatz. Für mich ist das eine unüberwindbare Hürde, aber ich habe mich darauf eingelassen.

Wie erging es Ihnen?

Anja Kling: Wir hatten eine Gondel für uns, aber wir waren nicht einmal ein Viertel hoch, da lag ich schon flach auf dem Boden und habe immer geschrien: oben oder unten? Sind wir jetzt oben oder unten? Für mich war das nicht lustig, für meine Kinder schon.

Was steht für Sie als Nächstes an?

Anja Kling: Ich freue mich sehr, dass ich in der Serie ,Wishlist‘ mitspielen kann, einer Internet-Serie von ganz jungen, ambitionierten Leuten. Dann werde ich einen 90-Minüter für die ARD-Degeto drehen und in einer Serie mitwirken mit Klaus Maria Brandauer. Und Anfang 2018 drehe ich dann wieder fürs ZDF.

10.10.2017, 7.40 Uhr

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