Interview mit Maria Furtwängler

Lindholms 25. Tatort: "Der Fall Holdt"

2002 hat Maria Furtwängler als Kommissarin Charlotte Lindholm ihren Dienst beim "Tatort" angetreten. Jetzt steht ihr 25. Fall an. Kein Grund zu feiern, aber man kann ja mal über Preise sprechen

"Ich wünsche ihr mehr Heiterkeit in ihrem Leben"

Über 10 Millionen sahen Maria Furtwänglers ersten Einsatz als "Tatort"-Kommissarin Charlotte Lindholm. Nun feiert die dreifache Mutter und Ehefrau des Verlegers Hubert Burda ihren 25. "Tatort". "Der Fall Holm" ist kein Jubiläumsspaß, sondern durchaus harte Kost. Über Privates plaudert Frau Furtwängler weniger gern, dafür verrät sie, wie sie aufs Huhn gekommen ist – und wie sie endlich auch mal den Medienpreis "Bambi" erhalten könnte. 

Frau Furtwängler, was wünschen Sie Charlotte Lindholm zum Jubiläum? Und vielleicht für die nächsten 25 "Tatort"-Krimis?

Maria Furtwängler: Ach, wenn ich so von außen auf sie schaue, ich wünsche dieser Kommissarin Heiterkeit in ihrem Leben und etwas weniger Einsamkeit, ich wünsche ihr mehr warme und sonnige Momente.  

Schauen Sie Ihren "Tatort" bei der Ausstrahlung im Fernsehen an?

Maria Furtwängler: Ja, das versuche ich, es ist für mich immer ein besonderes Erlebnis. Natürlich kommt das Gefühl nicht an die Aufregung bei einer Theateraufführung heran, aber dieses Erlebnis gleichzeitig mit so vielen Millionen zu teilen, ist schon spannend. Ich glaube, ich habe bisher jeden meiner "Tatort"-Filme live am Fernseher miterlebt.

Was ist Ihr nächstes Projekt?

Maria Furtwängler: Es gibt eine Reihe konkreter Planungen. Theaterprojekte und ein TV-Movie, aber auch von mir mit angeschobene Projekte. Ich möchte einen Stoff kreativ früher mitgestalten. Aber das Nächste wird für mich tatsächlich wieder ein "Tatort" sein.


Die Natur als Gegenpol

Sie drehen als Schauspielerin, Sie spielen Theater, Sie arbeiten als Produzentin und setzen sich für Frauenrechte ein. Was ist für Sie der Gegenpol zur Arbeit?

Maria Furtwängler: Mein Gegenpol ist die Natur, es sind die Berge, und es sind jetzt Hühner. Ich habe seit Neuestem eigene Hühner und stelle mich dahin und gucke den Tieren zu. Ich könnte mich stundenlang daran freuen, wie die Hühner miteinander umgehen, die Küken, die zur Welt gekommen sind – das erdet mich.

Sind Sie jetzt Selbstversorgerin?

Maria Furtwängler: Was die Eier angeht, ja. Wenn sie nicht gleich wieder ausgebrütet werden. Eier kommen bei uns jetzt aus eigener Herstellung.

Was bedeuten Ihnen Preise und Auszeichnungen, und gibt es dafür eine beleuchtete Glasvitrine bei Ihnen zu Hause? 

Maria Furtwängler: Die Glasvitrine bei mir zu Hause ist nicht nur beleuchtet, sondern sie ist illuminiert und mit Glitzer-Effekten versehen. Nein, um Gottes willen. (lacht laut)

Und Sie gehen immer noch entspannt damit um, dass Sie den "Bambi" wahrscheinlich nie im Leben kriegen werden.

Maria Furtwängler: (lacht laut): Ich glaube, ich verleihe mir den "Bambi" (Preis des Burda-Verlages – Anm. d. Red.) bald selber. Ich gehe einfach auf die Bühne und sage: Ich habe ihn verdient und so lange gewartet (schmunzelt).

27.10.2017, 14.40 Uhr

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