Interview mit Leonard Lansink

Mehr als 20 Jahre "Wilsberg"

Wenn der Buchantiquar und Privatdetektiv Georg Wilsberg ermittelt, dann ist das ein Vergnügen.  Für den Zuschauer, und für Leonard Lansink irgendwie auch

Leonard Lansink schätzt seinen Wilsberg: "Es ist schwierig, ihn zu bewegen. Das ist das Schöne an dieser Figur".

"Anstrengend ist das nicht"

Seit über 20 Jahren spielt Leonard Lansink den kauzigen Privatdetektiv Wilsberg in der gleichnamigen Serie. Ein sehr entspanntes Interview über Arbeit, Glücklichsein und ob das eine mit dem anderen zu tun haben mus. 

Herr Lansink, Sie haben Ihren Vater nie kennengelernt, Ihre Mutter hat Ihnen nie gesagt, wer er ist. Fehlt er Ihnen?

Leonard Lansink: Nö, ob mir etwas fehlt, das weiß ich nicht, ich kenne die Alternative ja nicht. Ich habe aber nicht den Eindruck, dass ich in dieser Hinsicht groß zu leiden habe. 

Was haben Sie als Ausgleich zur Arbeit?

Leonard Lansink: Ich finde Schauspielerei nicht so richtig anstrengend. Das ist nicht so eine Arbeit wie auf dem Bau oder unter Tage. Sondern man muss sich schon hinbewegen, man muss sehr konzentriert sein, mit Kollegen relativ gut zusammenarbeiten, ein wenig sensibel sein und vorher seinen Text lernen. Aber es ist nicht so die Arbeit, wie der Physiker sie beschreiben würde, also nicht Kraft mal Weg. Deswegen strengt mich Schauspielerei nicht besonders an, und deswegen brauche ich davon auch keine große Erholung.

Sie sind mittlerweile knapp über 60. Zukunftspläne?

Leonard Lansink: Es gibt nicht viel, was ich noch machen müsste. Ich könnte jetzt Leistungssportler werden, aber mir fehlt dazu der Ehrgeiz.


Der Grundstein fürs Glück

Was brauchen Sie zum Glücklichsein?

Leonard Lansink: Ein gelungener Tag hängt für mich nicht unbedingt mit Arbeit zusammen. Wenn ich mit meiner Frau und unserem Hund zusammen bin, dann wäre damit für mich schon der Grundstein fürs Glück gelegt. Und wenn dann noch gutes Wetter dazukommt, sagen wir mal, alles über 17 Grad, dann bin ich glücklich.

Ihre Frau besucht Sie mitunter bei den Dreharbeiten in Münster?

Leonard Lansink: Ja, meine Frau kommt aus Münster und deswegen ist es für sie jedes Mal ein Heimspiel. 

Wie gut verstehen Sie sich mit Rita Russek? Der Zuschauer hofft immer, dass "Wilsberg" und Kommissarin Springer doch noch einmal zusammenfinden.

Leonard Lansink: Wir beide verstehen uns privat blendend, aber ich glaube, bei "Wilsberg" wird aus den beiden nichts. Ich denke, sie will, er will aber nicht. Und ich glaube, er setzt sich durch, denn es ist auch schwierig, Wilsberg zu bewegen. Genau das ist aber auch das Schöne an dieser Figur.

Ihr Wunsch an die Zukunft?

Leonard Lansink: Na, dass sie lange dauert! (grinst)

6.11.2017, 15.17 Uhr

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