Interview mit Aljoscha Stadelmann

Harter Brocken: Die Kronzeugin

Im zweiten "Harz-Krimi" geht es für Aljoscha Stadelmann alias Kommissar Frank Koops gewaltig zur Sache. rtv hat den Schauspieler getroffen.

Aljoscha Stadelmann in "Harter Brocken: Die Kronzeugin"

"Ich würde den Koops nicht eintauschen"

Der erste "Harte Brocken" war 2015 mit 7,5 Millionen Zuschauern ein echter Überraschungserfolg. In seinem zweiten Fall muss der gutmütige "Sheriff aus dem Harz" eine Kronzeugin vor der Mafia und einer korrupten LKA-Einheit beschützen. Im Interview hat uns der gebürtige Wuppertaler Aljoscha Stadelmann unter anderem verraten, was seinen eigenwilligen Brummbären mit Dienstmarke so besonders macht.

Herr Stadelmann, wie kann ein so schlechter Schütze wie Ihr Frank Koops überhaupt Polizist werden?

Aljoscha Stadelmann: (lacht) Ja, im Harz ist das möglich.

Inwiefern ist Koops "Ein harter Brocken"?

Aljoscha Stadelmann: In erster Linie bezieht sich der Titel als Wortspiel auf den "Brocken". Möglicherweise in dem Sinne, dass Koops eine hart zu knackende Nuss ist. Oder anders gesagt: weiche Schale, harter Kern (lacht).

Wobei die Fälle aber auch ganz schön hart sind ….

Aljoscha Stadelmann: ... Aber es sind auch keine klassischen Kriminalfälle, Koops muss ja jetzt direkt nichts aufklären.

Stimmt, die "Kronzeugin" ist eher ein packender Thriller …

Aljoscha Stadelmann: ... Ich sage ja immer, dass es ein Western ist. Alle drei Filme haben typische Western-Elemente, auch vom Setting, aber eben immer in einer anderen Farbe. Mal mehr wie ein John-Wayne-Western, dann mehr so Italo-Western.

Was ist Ihr Lieblingswestern?

Aljoscha Stadelmann: "The Wild Bunch" von Sam Peckinpah mag ich.

Koops’ Markenzeichen sind geschnitzte Specksteinfiguren. Können Sie das auch?

Aljoscha Stadelmann: Von "können" kann man da nicht sprechen, aber ich schnitze da schon auch immer was. Allerdings nichts, was die Fernsehzuschauer zu sehen bekommen.
 

Von Gegnern unterschätzt

Außerdem spielt Koops mit seinem Kumpel Heiner immer Halma.

Aljoscha Stadelmann: Halma habe ich noch nie in meinem Leben gespielt. Ich komme aus dem Backgammon-Zeitalter.

Meistens wird Frank Koops von seinen Gegnern unterschätzt. Ein Vorteil? 

Aljoscha Stadelmann: Das macht er ganz gerne, das ist seine Masche. Man muss seine Gegner ja nicht beunruhigen, indem man besonders intelligent wirkt.

Der erste Film war ein echter Quotenhit. Was glauben Sie, warum?

Aljoscha Stadelmann: Ich denke, das liegt an der guten Balance zwischen Fiktion und realitätsnahen Figuren. Außerdem ist die Besetzung toll, und auch dramaturgisch sind die Filme gut umgesetzt.

"Die Kronzeugin" ist ziemlich blutig. Braucht das ein guter Krimi?

Aljoscha Stadelmann: Nicht zwangsläufig. Im "Tatort: Der Fall Holdt" mit Maria Furtwängler war das zum Beispiel anders. Der ist spannend, kommt aber ohne viel Blut aus. (Stadelmann spielt den vermeintlichen Täter – Anm. d. Red.)

Stichwort "Tatort": Wäre das was für Sie?

Aljoscha Stadelmann: Man sollte ja nicht Nein sagen. Aber ich würde den Koops nicht gegen eine Rolle als "Tatort"-Kommissar eintauschen wollen.
 

Theater und TV

Sie spielen auch Theater?

Aljoscha Stadelmann: Ja, schon immer. Die letzten vier Jahre am Schauspielhaus in Hamburg und seit August bin ich am Berliner Ensemble.

Wie sehen Ihre Pläne aus?

Aljoscha Stadelmann: Nächstes Jahr sollen möglicherweise zwei "Brocken"-Filme entstehen. Ein Modell, das ich mir für die Zukunft gut vorstellen könnte, wäre: zwei Filme im Jahr drehen und ein, zwei Theaterstücke im Jahr machen.

Autor: Bjoern Sommersacher

20.11.2017, 12.00 Uhr

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