Fragen an Herbert Knaup

Zum Zweiteiler "Die Puppenspieler"

rtv hat mit Jakob-Fugger-Darsteller Herbert Knaup über die Romanvorlage von Tanja Kinkel, die historische Figur des Jakob Fugger und darüber, was der Schauspieler an Weihnachten macht, gesprochen. 

"Ich bin Menschendarsteller"

Seine Paraderolle ist der "Kluftinger": In "Die Puppenspieler" verkörpert der 1956 in Sonthofen im Allgäu geborene Herbert Knaup den Kaufmann Jakob Fugger. Nicht unbedingt eine leichte Aufgabe, wie er rtv im Interview verraten hat. 

Herbert Knaup ...

... zur Autorin Tanja Kinkel:

Ich hatte nichts von ihr vorher gelesen, aber ich habe gewusst, dass es sie gibt und sie kennengelernt: sehr nett, sehr aufregend, sehr eigen und sehr besonders. Eine Autorin, die alles genauestens recherchiert und die historischen Kenntnisse mit einer eigenen Story vermengt. 

... zur Vorbereitung auf die Rolle des Jakob Fugger:

Ich habe drei, vier Bücher über ihn gelesen und ihn auch optisch studiert. Dann habe ich mich gefragt, wie kannst du in diese Person einsteigen? Was ist das für ein Charakter? Wie würde er gerade denken?

... zum Charakter des Jakob Fugger:

Ich habe immer das Emotionale an ihm gesucht. Das war sehr schwierig. Ich kann cholerisch sein, hysterisch sein, und das auch spontan. Beim Fugger sollte ich mich aber mehr und mehr zurücknehmen, das war nicht leicht. Er sollte mehr so als mönchischer Charakter dargestellt werden, der am Schreibtisch aus 15000 Gulden Milliarden gemacht hat und sich damit Macht erkauft.

... über die veränderte Sichtweise auf die Person des Jakob Fugger:

Ich war schon überrascht zu sehen, wieviel Arbeit hinter diesem Reichtum steckt. Wieviel Askese. Dieses permanente am Schreibtisch Sitzen, das muss man erstmal wollen. Ich sitze ja auch oft da, aber mir fallen nicht die Super-Geschäftsideen ein, die er dauernd hatte.
 

Ein Film für jedermann

... zur Frage, wen er lieber spielt, real existierende oder erfundene Personen:

Ich bin Menschendarsteller, und das sehr gerne. Ich bin froh, dass ich nach wie vor die unterschiedlichsten Menschen spielen darf. Ich bin in keiner Schublade.

... zur Frage, wer sich diesen Film ansehen sollte:

Es ist ein Unterhaltungsfilm, den sich ein breiteres Publikum ansehen kann.

... zur Frage, woran er gerade arbeitet:

Ich arbeite gerade mit Iris Berben und dem Regisseur Dominik Graf zusammen am Fernsehfilm ,Hanne‘.

... zur Frage, ob er sich den Film im Fernsehen ansieht und was er Weihnachten macht:

Klar, werde ich mir den ansehen. Ich bin Weihnachten zu Hause. Und dann, dann werden wir Puppenspielen ...

Interview: Andreas Herden und Björn Sommersacher

15.12.2017, 16.13 Uhr

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