Interview mit Mareile Höppner und Fritz Egner

Zum Start der "Dingsda"-Neuauflage

Fritz Egner schuf mit "Dingsda" einen Klassiker, Mareile Höppner präsentiert eine Neuauflage. Hier verraten die beiden, was uns erwartet

Die Rückkehr eines Klassikers

Von 1985 bis 1994 moderierte Fritz Egner "Dingsda". Das Konzept (übernommen von der US-Sendung "Child’s Play"): Kinder erklären Begriffe, Promis erraten sie. 1989 gab es dafür sogar den Bayerischen Fernsehpreis. Auch in der Neuauflage sind die vier- bis achtjährigen Erklärkinder die Stars. Immerhin ist die Moderatorin neu, Mareile Höppner. Ein Gespräch mit ihr und ihrem Vorgänger Fritz Egner.

Was bleibt, was ändert sich?

Mareile Höppner: Das Grundprinzip bleibt: Die Kinder sind die Chefs und erklären die Welt so, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Die Erwachsenen raten und müssen aufpassen, nicht zu doof aus der Wäsche zu gucken. Es gibt aber auch neue Elemente: Kinder hören über Kopfhörer Musik und singen lauthals mit – und die Promis müssen den Song erkennen. In weiteren Runden stellen die Kinder Begriffe pantomimisch dar. Von einer reinen Rateshow hat sich "Dingsda" zu einer temporeichen Spielshow entwickelt. Wenn sich der Spaß, den wir haben, auf das Publikum überträgt, haben wir alles richtig gemacht.

Fritz Egner: Da die Konkurrenz durch die Anzahl der Sender groß ist, hat es Mareile schwerer als ich. Außerdem sind Kinder seit Jahrzehnten im Fernsehen präsent, während das damals bei "Dingsda" ein Novum war.

Herr Egner, warum ist Mareile eine würdige Nachfolgerin für Sie? 

Egner: Mir wäre keine bessere eingefallen! Mareile ist überaus sympathisch, professionell und bewundernswert eloquent. Ob ich die Neuauflage nicht selbst hätte wieder moderieren wollen? Nein. Nicht nur ich habe mich verändert, sondern auch die Branche. In der heutigen TV-Welt, die sehr jugendbezogen ist, muss ich nicht mehr auftreten.

Frau Höppner, was schätzen sie an Fritz Egner?

Höppner: Er hat sich nie verbogen und war mit sehr viel Herzlichkeit unterwegs. Seine Schuhe stehen auf Hochglanz poliert auf einem TV-Thron. Ich werde erst gar nicht versuchen, in seine Schuhe zu schlüpfen, sondern moderiere in High Heels (lacht).

Warum wird "Dingsda" am Vorabend Erfolg haben?

Höppner: Weil es alles mitbringt, was eine gute Sendung ausmacht: Man kann lachen, was lernen und eine gute Zeit haben – am Ende guckt man ein bisschen anders auf die Dinge. Es lohnt sich, die Welt aus Kinderaugen zu betrachten.

Welchen Begriff bekämen Sie gern einmal von Kindern erklärt?

Egner: Vernunft. Mich würde interessieren, wie sie dieses auch für Erwachsene sehr ab­strakte Wort definieren. 

Höppner: Ich würde mir Freiheit erklären lassen. Ich würde gerne wissen, wie Kinder Grenzen beschreiben, wie sie Freiheit empfinden und was das für sie bedeutet – gerade in der aktuellen Zeit.

Interview: Ulrike Bremm

24.9.2018, 12.07 Uhr

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