Interview mit Peter Heinrich Brix

Neuer Chef bei "Nord Nord Mord"

Das Team von "Nord Nord Mord" bekommt einen neuen Chef: rtv-Titelstar Peter Heinrich Brix ist Carl Sievers. rtv sprach mit ihm über das neue Team, Fußball und die große Lust zu spielen.

"Dann geh' ich wieder spielen"

Herr Brix, Sie treten als Kommissar Sievers die Nachfolge von Robert Atzorn an. Die Fußstapfen sind groß.

P.H. Brix: Ja sicher. "Nord Nord Mord" ist eines der erfolgreichsten Formate im ZDF. Ich habe dieses Erbe mit Freude und Respekt angetreten.

Wie sind Sie denn mit dem ersten Krimi zufrieden?

P.H. Brix: So weit, ganz gut zufrieden. Aber ich weiß, dass wir noch einen Weg vor uns haben, aber das ist ja auch Ziel einer Reihe. Es ist jemand neu gekommen und es fremdelt und knirscht noch an einigen Stellen, das ist ja eigentlich ganz realistisch. Ich will aber nicht bestreiten, dass der Sievers an einigen Stellen ruhig hätte etwas mehr auftauen dürfen. 

Also emotional ist noch Luft nach oben?

P.H. Brix: Ja, unbedingt.

"Nord Nord Mord" ist wenn überhaupt, von eher hintergründigem Humor geprägt. Inwieweit kann und wird Peter Heinrich Brix der Reihe seinen Stempel aufdrücken?

P. H. Brix: Ich guck erst mal. Ich wollte ja jetzt nicht witziger sein als alle anderen. Ich spiele schon genug schräge Vögel, der Sievers ist zwar auch schräg, aber auf seine Art. Wir müssen das mit der Zeit natürlich etwas fluffiger machen.

Ihr Einstand ist nicht eben leicht. Ein Mitarbeiter (gespielt von Oliver Wnuk) wünscht Ihnen Hämorrhoiden und ganz kurze Arme. Wie sind Sie denn sonst so im Team aufgenommen worden?

P. H. Brix: Perfekt. Über Julia Brendler müssen wir uns ja gar nicht unterhalten, das ist eine wunderbare Kollegin. Und Oliver Wnuk auch. Ihn kenne ich schon lange und habe mit ihm schon viele tolle Sachen gedreht. Man redet ja gern von der "großen Familie", das ist ja oft gelogen oder mindestens konstruiert. Aber hier stimmt es. 

Robert Atzorn hat acht Folgen als Kommissar Clüver gedreht, wie viele planen Sie?

P. H. Brix: Ach, da sollen sich andere drüber Gedanken machen. Ich beiß da mal eine nach der anderen ab. Jetzt haben wir erstmal einen fertig und drehen zwei weitere bis November.

Peter Heinrich Brix (r.) mit rtv-Redakteur Andreas Herden
Landwirt, Spätstarter, Schauspieler

Haben Sie die Reihe mit Robert Atzorn als Zuschauer verfolgt?

P. H. Brix: Natürlich habe ich da reingeguckt. Ich weiß, was sie  gemacht haben und dass das funktioniert. Ich lass mich da aber nicht zu sehr beeinflussen. Wenn jetzt ein führender Mittelfeldspieler neu in einen Fußball-Bundesligaverein kommt, dann versucht der neue ja nicht dieselben Pässe zu spielen wie der alte.

Ein schöner Vergleich. Sie wären beinahe Fußballprofi geworden …

P. H. Brix: Das beinahe können wir weglassen, ich wäre es gerne geworden. Es war aussichtslos. Umso schöner ist es doch, dass ich dann Schauspielprofi geworden bin. 

Sie sind ein Spätstarter.

P. H. Brix: Ja, mit 34 bin ich erst nach Hamburg gekommen. Ich bin ja staatlich geprüfter Landwirt. Eine ganz andere Welt.

Wenn wir uns jetzt über die Landwirtschaft unterhalten, würde das ein ganz anderes Gespräch werden …

P. H. Brix: Und es könnte sein, dass wir in Depressionen verfallen. (grinst)

Das wollen wir nicht.

P. H. Brix: Das wollen wir nicht. Aber wir sind natürlich alle daran beteiligt. Die, die Produkte herstellen, und die, die die Produkte der Landwirtschaft konsumieren. Das ist ein weites Feld.

Sind Sie froh, die Schauspielkarriere eingeschlagen zu haben?

P.H. Brix: Ja, natürlich. Die Arbeit als Schauspieler ist ein großes Privileg, wenn man mit Spielen Geld verdienen kann. Als wir "Pfarrer Braun" mit Ottfried Fischer gedreht haben, hat der Maskenbildner, wenn er fertig war, immer gesagt "So, Ottfried, nun geh schön spielen." (lacht herzlich)

Im Film schlagen Sie den Kollegen das "Hamburger Sie" vor. Wie halten Sie es privat mit dem Siezen und Duzen?

P. H. Brix: Ich komme sehr schnell ins Du, in der Arbeit sowieso, das kürzt ab. 

Was für ein Urlaubstyp sind Sie: Meer oder Berge?

P. H. Brix: Ich denk gar nicht so oft an Urlaub. Für mich ist es Urlaub, wenn ich irgendwo auf so einer Scholle hänge und mich unbeobachtet im Garten bewegen kann und Holz hacke oder so etwas. Kein Input.

Kein Input ist genug Urlaub?

P. H. Brix: Ja, ist doch toll und dann gehe ich wieder irgendwo spielen. (grinst)

Interview: Andreas Herden

5.10.2018, 11.52 Uhr

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