Interview mit Katharina Müller Elmau

Zum Start von "Hubert ohne Staller"

Katharina Müller Elmau soll dafür sorgen, dass "Hubert und Staller" auch ohne Staller funktioniert. Wie soll das denn gehen?! Wir haben sie gefragt

Sabine Kaiser (Katharina Müller-Elmau) hat Girwidz (Michael Brandner, l.) und Hubert (Christian Tramitz) im Griff, die nicht immer so ganz den Durchblick haben

"Es hat einfach Wärme"

Sieben Jahre, sieben Staffeln, über 100 Episoden, drei Spielfilme: Die Krimikomödienserie "Hubert und Staller" ist ein Knaller. Christian Tramitz und Helmfried von Lüttichau spiel(t)en die beiden mäßig begabten bayerischen Streifenpolizisten mit der 100 %igen Aufklärungsquote. Lüttichau hört auf, Katharina Müller Elmau steigt ein. Da stellt sich die Frage:

"Hubert und Staller" ohne Staller – geht gar nicht, oder? 

Katharina Müller Elmau: Lassen Sie sich überraschen. Wenn bei einem festen gut eingespielten und über viele Jahre erfolgreichen Ensemble ein Schauspieler aussteigt, ist das immer ein Einschnitt, und man muss sich umgewöhnen. Bei den Dreharbeiten zu der neuen Staffel hat es aber auf Anhieb wunderbar funktioniert. Da ich bereits zweimal als Gast bei "Hubert und Staller" dabei war, waren die Kollegen ja nicht fremd. Es war von Anbeginn an klar, dass wir große Lust hatten wieder miteinander zu arbeiten, nicht zuletzt, weil wir, was den Humor angeht, auf einer Linie liegen. 

Noch heißt die Serie "Hubert ohne Staller". Wann wird sie "Hubert & Kaiser" heißen?

Katharina Müller Elmau: (lacht herzlich) Sie Judas! Das war jetzt eine ketzerische Frage! Wenn, dann müsste es außerdem heißen "Hubert und Girwidz".

Als man Sie gefragt hat, ob Sie mitmachen wollen, wie lange haben Sie überlegt?

Katharina Müller Elmau: Das war um die Weihnachtszeit, ich hatte also etwas Ruhe um darüber nachzudenken ... Es stand aber ziemlich schnell für mich fest, dass das genau die richtige Herausforderung zur richtigen Zeit ist und dass ich große Lust auf das Ensemble und Format habe! 

Wie sieht die neue Form aus? "Hubert und Staller" lebt ja von der Dussligkeit der Figuren, die trotzdem eine Aufklärungsquote von 100% haben. Jetzt kommt mir ihrer Sabine Kaiser jemand daher, der so gar nicht dusslig ist. Gefährden Sie die Aufklärungsquote?

Katharina Müller Elmau: (lacht) Haha, Sie sind ein cleverer Fuchs! Aber: Das ist zwar eine anarchistische Chaotentruppe, die aber trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, ihre Fälle immer löst. Durch die bewusste Entscheidung, dass die neue Chefin nicht ebenso schräg oder "dusselig" ist, prallt ja eine ganz andere Farbe auf das Revier in Wolfratshausen.

"Bin ich Jesus?"

Und das Team hat sie gut aufgenommen?

Katharina Müller Elmau: Ich hatte ja schon mit "Entertainment Factory" zusammengearbeitet. Das war wie Heimkommen! Die kannten mich, ich musste mich nicht erst beweisen. Da lässt es sich entspannter in die ersten Drehtage gehen. 

"Hubert und Staller" spielt in Bayern und wird bundesweit gesehen. Warum kommt gerade das Bajuwarische in ganz Deutschland so gut an?

Katharina Müller Elmau: Nun: Wo fahren die Leute hin, wenn sie in Deutschland Urlaub machen? Es hat einfach eine Wärme. Und auch der Dialekt hat eine Wärme. Da hält man sich gerne auf. Da ist eine Gemütlichkeit – nicht in einem trägen Sinne, sondern in einem wärmenden Sinne.

Es gibt immer mehr bombastische Serien, siehe "Babylon Berlin" oder die Serien bei den VOD-Anbietern. Haben da "wärmende Serien" wie "Hubert ohne Staller" noch ihren Platz in der Zukunft?

Katharina Müller Elmau: Das hat auf jeden Fall seinen Platz! Ich bin immer wieder baff, dass auch sehr junge Leute das mögen. Die Freunde meiner Tochter zum Beispiel – die kucken das! Und als bekannt wurde, dass ich da mitmache, haben viele meiner Kollegen gesagt: Wow, das ist Kult! Es gilt ja ein breites Publikum zu bedienen. 

Helmfried von Lüttichau hat, wie man liest, nach dem letzten Drehtag nach sieben Jahren "Huber und Staller" bitterlich geweint. Werden Sie auch bitterlich weinen am letzten Drehtag, und wann wird der sein? 

Katharina Müller Elmau: (lacht) Bin ich Jesus? Keine Ahnung! Der letzte Drehtag wird sein, wenn der letzte Drehtag ist. Und natürlich werde ich weinen! Ich weine immer! Wenn es heißt ,Es ist abgedreht`, und dann klatschen alle, und wenn es intensiv war, dann ist das einfach emotional … Wer da nicht heult, da weiß ich auch nicht, was der die ganze Zeit macht …

Sie drehen Filme und Serien. Was macht mehr Spaß?

Katharina Müller Elmau: Die Vielseitigkeit macht ja den Beruf aus! Ich bin gerne Komödiantin, ich finde Drama toll – will aber nicht 300 Tage im Jahr Drama drehen. Ich will viele Dinge machen. Darin liegt ja die Reichhaltigkeit, das macht das erst richtig vollständig!

Sie haben in einigen Bands gespielt. Machen Sie noch Musik?

Katharina Müller Elmau: Ich mache jeden Tag Musik! Bei mir zu Hause, mit meiner Familie, mit meinen Freunden. Musik ist ein täglich aktiv gelebter Bestandteil meines Lebens. Andere Leute meditieren oder lösen Sudokus. Ich mache Musik. 

Interview: Matthias Roth

1.1.2019, 6.00 Uhr

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