Interview mit Maya Haddad

Im Gespräch mit Maya Haddad, dem Star von "Gipfelstürmer - Das Berginternat". Ob aus dem Zweiteiler, der in der bayerischen Provinz spielt, eine neue Reihe wird, das klärt sich noch.

Die "Gipfelstürmer" sind jugendliche Leistungssportler, die im Sportinternat in den Bergen leben. Zu ihnen stößt die Sozialpädagogin Nele Seitz. Sie trifft auf Ehrgeiz, Leidenschaft und viele Probleme. Maya Haddad spielt die Nele. Wir haben mit ihr auch über ihre Rolle gesprochen:

In "Gipfelstürmer" spielen Sie eine Sozialpädagogin, die in einem Internat in der bayerischen Provinz als Sozialpädagogin anfängt. Sie sind Berlinerin, wohnen in München. Wie wars in den Bergen?

Maya Haddad: Die Umgebung war so traumhaft schön, ich war froh um jede Sekunde, dort sein zu dürfen. Ein Gefühl wie Urlaub pur. 

Selbst mal in einem Internat gewesen?

Maya Haddad: Nein, bin ich nicht. Ich hatte eine andere Schullaufbahn, die ich nicht missen will.

Welche?

Maya Haddad: Ich war in Berlin-Neukölln auf der Grundschule, dann in Kreuzberg auf der Waldorf-Schule. Diese vielfältigen Eindrücke haben mich letztendlich zu dem gemacht, was ich bin. Ich kann mir aber schon vorstellen, dass so ein Internat seine Vorteile hat. Diese Konzentration auf eine Sache, wie es bei uns im Film halt der Sport ist, und diese Gemeinschaft in einem Internat wird ja auch thematisiert. 

Welche Beziehung haben Sie zum Sport?

Maya Haddad: Ich würde mich als sehr sportlich bezeichnen. Ich habe mein Leben lang viel Sport gemacht, war, glaube ich, eine recht talentierte Turnerin. Aber jetzt habe ich eine dreijährige Tochter, mein Sport ist sozusagen der Alltag mit ihr. 

In unserer Gesellschaft lautet das Motto "schneller, höher, weiter". Ihr Gegenentwurf?

Maya Haddad: Sich selber mal auf die Schulter klopfen und die Auszeiten nehmen und Erfolge genießen.

Wie ehrgeizig sind Sie selbst?

Maya Haddad: Sehr. Mein hoher Ehrgeiz ist meine größte Schwäche. 

Warum Schwäche?

Maya Haddad: Naja, weil ich eben keine Auszeit nehme, sondern immer Hummeln im Po habe. Ich kann nicht so gut ausruhen. Wobei das natürlich auch eine Stärke ist, die mich immer irgendwie weiterbringt.

Sie haben gesagt, es sei bei einer Rolle wie der Nele wichtig "den Kopf auszuschalten und auf das Bauchgefühl zu hören". Wie haben Sie das gemeint?

Maya Haddad: Einerseits ist die Nele eine sehr professionelle Person, die aber anderen immer auf einer sehr menschlichen Ebene begegnet. Wenn man nicht alles immer ganz genau plant, dann lässt man es zu, dass manche Dinge auch im Effekt passiert. Und die schönsten Momente auf der Bühne oder vor der Kamera, sind doch die, die ungeplant passieren. 

Sie spielen auch Theater?

Maya Haddad: Ja, immer wieder. Derzeit in meiner dritten Produktion in den Münchner Kammerspielen.

Wie hoch stufen Sie die Chancen ein, mit "Gipfelstürmer" eine ganz neue Reihe im ZDF etablieren zu können?

Maya Haddad: Oh, das will ich ja gar nicht wagen zu hoffen, aber ich schätze die eigentlich sehr gut ein. Ich finde, "Gipfelstürmer" ist eine Sammlung von sehr guten Ideen, ohne ein Kompromiss zu sein.

Das heißt?

Maya Haddad: Wir haben einerseits die Berge, um abzuschalten. Wir haben aber auch diese hochgradig talentierten neuen Gesichter dabei, die total erfrischen. Dann ist die Nele ja irgendwie investigativ und wie eine Kriminalpolizistin hinter den Problemen der Jugendlichen her und andererseits gibt es Liebesgeschichten. Also, es ist von allem etwas dabei, fühlt sich aber trotzdem nicht wie ein Kompromiss an, als würde einer dieser Aspekte auf der Strecke bleiben.

Haben Sie eigentlich Erfahrung im Umgang mit Problemen von Jugendlichen?

Maya Haddad: Naja, die beste Erfahrung für die Rolle, ist das Muttersein auf dem Spielplatz (lacht).

Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?

Maya Haddad: Wenn alles so weitergeht wie bisher, bin ich eigentlich ganz zufrieden. Ich lass mich auch ganz gern überraschen. Bis jetzt bin ich damit immer ganz gut gefahren. Das, was jetzt passiert, finde ich unglaublich spannend. Und was mir das für Türen öffnet, werden wir sehen (lacht).

Berge haben Sie nun ja genug gesehen. Geht es zum Ausgleich im Urlaub ans Meer? 

Maya Haddad: Wir sind leidenschaftliche Camper und würden gern mal einen Roadtrip in Amerika machen. Aber bisher haben wir die Zeit dafür noch nicht gefunden.

Interview: Andreas Herden
 

26.3.2019, 6.00 Uhr

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