50 Jahre "ZDF-Hitparade". Interview mit Thomas Gottschalk

Thomas Gottschalk feiert die ZDF-"Hitparade" – hätte die Sendung aber nie moderiert. Wir haben mit ihm gesprochen. Ein Interview ...

"Wir waren etwas flexibler"

Vor 50 Jahren, genau am 18. Januar 1969, ging die erste ZDF-"Hitparade" auf Sendung. Geburtsstunde einer Kultsendung. Denn insgesamt 367 Shows sollten folgen. Fast 32 Jahre lang war der Schlager im Zweiten zu Hause – und machte Schnellsprecher Dieter Thomas Heck zum Star am Moderatoren-Mikro. Das eigentliche Jubiläum im Januar wurde vom ZDF nur auf seinem Spartensender ZDFneo mit zwei Wiederholungen der Kultnächte "Das Beste aus der Hitparade – Höhepunkte, Hits und Heck" Teil 1 & 2 aus den Jahren 2004 und 2005 "gefeiert". Thomas Gottschalk, eigentlich nicht im Schlagersegment zu Hause,  präsentiert jetzt die Geburtstagsshow am Samstagabend zur besten Sendezeit im Hauptprogramm. Spricht mit den Heck-Nachfolgern Viktor Worms und Uwe Hübner, scherzt mit seinen Gästen über Einspielfilmchen und Modesünden. rtv hat Thomas Gottschalk zum Jubiläum Fragen gestellt, zu Sehgewohnheiten, alten Werten und natürlich zur Neuauflage einer anderen Kultsendung: "Wetten, dass ..?".

Herr Gottschalk, Sie sind ja zurzeit Star der Boulevardpresse, aber lassen Sie uns über Wichtigeres reden: Musik. Die "ZDF-Hitparade" feiert 50. Geburtstag. Wie haben Sie die Sendung erlebt und gesehen?

Thomas Gottschalk: Sendungen wie "Beatclub", "Disco" und "Hitparade" gehörten für meine Generation zum Pflichtprogramm. Es gab nichts anderes, und wir waren da etwas flexibler in unserem Musikgeschmack. FranÇoise Hardy und "Frag den Abendwind" konnte ich gut aushalten. Und als Christian Anders mit seinem "Zug nach Nirgendwo" gefahren ist, saß ich im letzten Wagen.
 
Warum haben Sie eigentlich nie die Hitparade moderiert? Hätte doch gepasst, oder?

Thomas Gottschalk: Nee, hätte nicht gepasst, und es hat mich auch keiner gefragt.
 
Sie sind selbst auch immer wieder als Sänger in Erscheinung getreten. Zuletzt bei der Goldenen Kamera als Background-Sänger von Pur. Der Start einer neuen Karriere?

Thomas Gottschalk: Ganz bestimmt nicht. Und wenn, dann wäre ich als Bariton in der Oper unterwegs.  

Sie moderieren im Radio bei Bayern1, im Bayerischen Fernsehen lassen Sie monatlich lesen, im ZDF feiern Sie Schlager – sind Sie der Mann, der alte Werte und Schätze zu neuem Leben erweckt?

Thomas Gottschalk: Gerne. Leider nicht mit den alten Quoten. 
 
Eine Frage zu "Wetten, dass ..?": Wie wird die Neuauflage aussehen? Wann wird gesendet und wie viele Sendungen wird es geben?

Thomas Gottschalk: Das muss das alte "Wetten dass ..?"-Feeling sein, aber es darf natürlich nicht aussehen wie eine Show von gestern. Wir müssen die Nostalgie bedienen, ohne so daherzukommen, als wären wir von gestern. Gesendet wird natürlich am Samstagabend, und das ist als einmaliger Event geplant. Von einem Comeback dieses Formates redet niemand. Braucht auch keiner.

rtv-Interview: Andreas Herden
 

18.4.2019, 9.54 Uhr

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