Krimicheck: So ist der "Polizeiruf 110: das Beste für mein Kind"

Familienbande und andere Schwierigkeiten

Kidnapping, Mord und viele Emotionen: Im "Polizeiruf 110: Das Beste für mein Kind" kämpfen die Ermittler Lenski und Radczek mit den Tücken des polnischen Adoptionsrechts – und die Zuschauer mit Sprachbarrieren

Keine simple Entführung

Darum geht’s:

Olgy Lenski (Maria Simon) und Adam Raczek (Lucas Gregorowicz) geraten in familiäre Verstrickungen: Der 6 Monate alte Leon Hallmann wurde aus einem Krankenhaus in Frankfurt / Oder entführt und in Polen ausgesetzt. Der Kidnapper wird kurz darauf tot aufgefunden. Um den Fall zu lösen, muss das deutsch-polnische Ermittlerteam erst einmal herausfinden, wer die leiblichen Eltern des Kindes sind. Denn das Ehepaar Hallmann hat das Baby offenbar von Anna (Agnieszka Grochowska) und Bartosz Kowalski (Piotr Stramowski) "gekauft".

Polnische Machos und starke Frauen

Die Kommissare: 
… haben auf ihre Weise mit dem Fall zu kämpfen. Dabei wird diesmal dem Privatleben von Raczek deutlich mehr Platz eingeräumt als in den 3 Fällen zuvor. TOP!

Fast Fremdsprachenkino

Einschalten oder abschalten?

Ein kleines Familiendrama und keine große Politik? Gut so! Denn das ist es, was man diesem Team immer abnimmt. Vor allem das emotionale Spiel der gebeutelten Eltern und Adoptiveltern (stark: Agnieszka Grochowska) schlägt einen in den Bann. Doch es gibt Abzüge in der B-Note: Um das komplizierte Familiengeflecht entwirren zu können, müsste man sich vorm Fernseher eigentlich Notizen machen. Ein paar Plattitüden à la "Man hat immer eine Wahl" hätten es auch getan. Und Polnisch ist zwar eine wunderschöne Sprache. Dass aber gut 30 Prozent des Filmes Polnisch gesprochen werden, mag zwar dem Realismus dienen, nicht aber dem Erzählfluss. Dennoch, das Duo Lenski und Radczek ist es auch bei schwächeren Fällen wert: das Einschalten!

Erstausstrahlung: Sonntag, 02.12.2017, 20.15 Uhr, Das Erste

Wie brutal ist der "Polizeiruf 110: das Beste für mein Kind"?

 

 

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