Krimi-Check: So ist der "Tatort: Dein Name sei Harbinger"

Vier Retortenbabys und ein Todesfall

Rasant, düster und total abgefahren: Der Berliner "Tatort" macht in "Dein Name sei Harbinger" seinem Ruf wieder mal alle Ehre.

Kommissar Karow (Mark Waschke) und die Kinder ...

"Taxi Driver" meets "Pulp Fiction"

Darum geht’s:

Bei ihrem sechsten gemeinsamen Fall werden die Berliner Ermittler Nina Rubin (Meret Becker) und Robert Karow (Mark Waschke) in den Friedrichshain gerufen. In einem ausgebrannten Transporter wurde ein Toter gefunden. Schnell ermitteln Rubin und Karow, dass es drei ähnliche ungeklärte Fälle gibt. Die Opfer haben eines gemeinsam: Sie alle wurden mithilfe einer In-Vitro-Fertilisation in einer Kinderwunsch-Klinik gezeugt. 

Deren Geschäftsführerin Dr. Irene Wohlleben (Almut Zilcher) und ihre Lebenspartnerin Hanneke Tietzsche (Eleonore Weisgerber) haben dort in den 80ern eines der ersten Retortenbabys Deutschlands auf die Welt geholt. Nun soll ihr Sohn Stefan (Trystan Pütter) die Klinik leiten. Bei ihren Ermittlungen bekommen es die Kommissare außerdem mit einem psychisch kranken Eigenbrötler namens Harbinger (Christoph Bach) zu tun. 

Die Kommissare …

… geben sich diesmal geradezu zurückhaltend.

Hintergrund: Drehbuchautor Matthias Tuchmann starb vor Beginn der Dreharbeiten zum "Tatort: Dein Name sei Harbinger" im November 2016 im Alter von nur 42 Jahren an einem Herzinfarkt. Ein Schweizer "Tatort: Ein Notstandsrecht"" aus seiner Feder wird gerade in Luzern gedreht.

Zwischen Wahn und Wirklichkeit

Einschalten oder abschalten? 

Es ist schon abgefahren, was sich die Autoren Michael Comtesse und der leider inzwischen verstorbene Matthias Tuchmann da ausgedacht haben. "Eine Geschichte zwischen Wahn und Wirklichkeit", nennt es der rbb. Die Elemente: Reproduktionsmedizin, ein Messias spielender Arzt, ein Verdächtiger mit schwer psychopathischen Zügen, mittendrin das chaotische Kamikaze-Ermittlerduo Rubin/Karow. 

Um noch mehr Druck im Kessel zu machen, dreht Regisseur Florian Baxmeyer auch noch unaufhörlich an der Temposchraube: akustisch mit rasanten Trommel-Soli. Und optisch mit schwindelerregenden Kamerafahrten. Die machen aus der Tour durch bestechend in Szene gesetzte Locations wie Berliner U-Bahnen, einem alten Eisenwerk und der früheren Reemtsma-Tabakfabrik einen wahren Höllenritt. "Taxi Driver" meets "Pulp Fiction".  Einschalten und festhalten!

Erstausstrahlung: 10.12.2017, 20.15 Uhr, Das Erste

Wie brutal ist der "Tatort: Dein Name sei Harbinger"?

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