Krimi-Check: So ist der "Tatort: Mord Ex Machina"

Kunstvoller Krampf

Devid Striesows vorletzter "Tatort"-Einsatz lässt keinen Abschiedsschmerz aufkommen.

Ein seltsamer Fall

Darum geht's:
Kommissar Jens Stellbrink (Devid Striesow) fällt ein seltsamer Fall vor die Füße. Und das wortwörtlich. Denn vom Parkdeck einer Firma ist ein autopilotiertes Fahrzeug gerast - "wie aus 'Zurück in die Zukunft'", findet Stellbrink. In dem Auto befindet sich nun die Leiche des Justiziars einer Firma, die auf das Sammeln digitaler Daten spezialisiert ist. Deren Server wurden in der Mordnacht gehackt. IT-Genie Natascha (Julia Koschitz) weiß offenbar mehr, als sie zugibt.

Technik wie im Science-Fiction-Film

Der Kommissar ...

... fühlt sich wie im falschen Film.

Nicht nur, dass das High-Tech-Auto und die Firma des Opfers wie Science-Fiction anmuten. Superhirn Natascha hackt Stellbrinks Leben und sorgt dafür, dass auch die Kollegen ALLES über ihn erfahren: Vergangenheit, Krankheiten, Vorlieben... Nun kennt jeder die kleinen Geheimnisse des Einzelgängers. Davon scheint auch die attraktive Natascha einige zu haben. Die verdreht Stellbrink mächtig den Kopf.
 

Kunstvoll, kühl, nervig

Einschalten oder abschalten?

Die böse digitale Revolution und ihre Opfer – wann immer der "Tatort" das Thema aufgreift, wird es kunstvoll-krampfig. Das ist bei der Episode "Mord Ex Machina" nicht anders. Der Titel genauso sperrig und kühl wie die Geschichte. Dazu kunstvoll eisige Bilder, untermalt von nervig monotonem Sound im Hintergrund. Einzig Julia Koschitz sorgt als "Femme-Fatale-Hackerin" für etwas Feuer. So macht Devid Striesow, der im Sommer 2017 seinen Ausstieg vom "Tatort" angekündigt hat, dem Publikum den Abschied nicht schwer. Abschalten!

Erstausstrahlung: 1.1.2018, 20.15 Uhr, Das Erste 

Wie brutal ist der "Tatort: Mord Ex Machina"?

Autor: Stefanie Moissl

29.12.2017, 12.25 Uhr

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