Krimi-Check: So ist der "Tatort: Die Faust" am Sonntag

Blutige Spuren

Im neuesten Ösi-"Tatort" jagen Moritz Eisner und Bibi Fellner einen unheimlichen Serienkiller.

Am Tatort: Die Kommissare Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser)

Drei Opfer und kein Motiv

Darum geht's:

Eine Maklerin findet bei einer Wohnungsbesichtigung eine Leiche – an die Wand genagelt und mit einem Kreuz dekoriert. Kurz darauf wird ein Mann erhängt aufgefunden, unter ihm wertvolle Münzen aufgehäuft. Geschändet hat der Täter beide Leichen obendrein. Immerhin gibt es eine vage Spur: Zeugen haben an beiden Tatorten einen weißen Lieferwagen und einen Mann in vollständiger Spurensicherungs-Montur gesehen – lange bevor die Polizei gerufen wurde.

Während Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) noch versuchen, eine Verbindung zwischen den beiden Opfern herzustellen, gibt es eine weitere Tote: Eine junge Mutter, bis zur Unkenntlichkeit entstellt, wird als Galionsfigur auf einer Yacht drapiert. Aber diesmal hat der Täter einen Fehler gemacht ...
 

Getrennte Wege?

Die Kommissare ...

... kabbeln sich mal wieder.

Bibi Fellner (Adele Neuhauser) bewirbt sich auf die Leitung der neuen Kommission MK2 – obwohl sie dann nicht mehr mit Moritz zusammenarbeiten würde. "Bibi geht es ums Prinzip", erklärt Adele Neuhauser den Schritt ihrer Filmfigur. "Sie will sehen, ob in den Köpfen dieser Männerwelt der Gedanke, dass eine Frau eine Führungsposition übernehmen könnte, möglich ist."

Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) hadert mit dem Entschluss seiner Kollegin. Harald Krassnitzer: "Es stürzt ihn in einen Zwiespalt der Gefühle. Zum einen ist er stolz, dass sie das so hervorragend macht, auf der anderen Seite ist er natürlich betrübt, dass Bibi gehen will. Denn es ist ja nicht nur eine Zweckgemeinschaft, sie verbindet auch eine tiefe Freundschaft."
 

Nicht gut drauf

Beste Sprüche ...

... gibt es gewohnheitsgemäß so einige bei den Wienern.

Etwa Bibis Kommentar zu einem Kollegen, der sich auf die selbe Stelle wie sie beworben hat: "Er erfüllt alle Kriterien einer Polizeikarriere: keine Ahnung, keine Skrupel, keine Titten." Und auch, wenn der Schlagabtausch zwischen den beiden Ermittlern etwas kurz kommt: Dialogperlen wie die folgende gibt es dennoch. Bibi zu Moritz über ihren künftigen Kollegen: "Er ist fröhlicher als du." Moritz (brüllt): "ICH BIN FRÖHLICH!!!" Bibi: "Jetzt gerade auch?" Moritz (sichtlich angefressen): "Ja doch!" Bibi: "Ui!"
 

Plötzlich politisch

Einschalten oder abschalten?

Moritz und Bibi jagen einen Serienkiller. Und der ist wahrhaft gruselig in Szene gesetzt. Mit dem weißen Overall der Spurensicherung und Gesichtsmaske treibt er sein blutiges Unwesen wie ein unheimlicher Geist. Doch spätestens, wenn die politischen Umwälzungen in Osteuropa ins Spiel kommen und Bibi noch nebenher die Frauenrechte im Beamtenapparat verteidigen muss, verliert die Geschichte an Fahrt.

Am schlimmsten: Der übliche Schmäh des Wiener Duos ist diesmal - wohl dem Thema geschuldet - sehr zurückgenommen Zwei, drei Wendungen weniger hätten dem Film gutgetan. Und dass kein Bezug auf die den letzten Ösi-"Tatort: Virus" genommen wird, in der sich Fans doch Sorgen um Bibis Leib und Leben machen mussten, ist enttäuschend. Aber weil "Die Faust" ein paar hübsche Kissenkrall-Momente bietet und die Österreicher auch in schwachen Stunden eines der stärksten "Tatort"-Teams sind, kann man ruhig einschalten!

Erstausstrahlung: 14.1.2018, 20.15 Uhr, Das Erste 

Wie brutal ist der "Tatort: Die Faust" aus Wien? 

Autor: Martina Borgschulze

11.1.2018, 16.47 Uhr

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