Krimi-Check: So ist der "Tatort: Der kalte Fritte"

Echt irre! Aber irre gut

Im 6. Fall aus Weimar zeigt sich Deutschlands abstrusestes Ermittlerpaar in Hochform.

Tod eines Milliardärs

Darum geht's:

Der Mord am Milliardär Sassen gibt den Kommissaren Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen) Rätsel auf. Der Mann wurde beim Einbruch in seine Villa ermordet, der Täter von dessen Frau Lollo (Ruby O. Fee) erschossen. War es wirklich Notwehr? Die Ermittler nehmen die Milliardärswitwe ins Visier – und wundern sich: Die Spur führt vom örtlichen Steinbruch über die ehrwürdige Bauhaus-Universität Weimar ins Bordell "Chez Chériechen", wo Lollo Arbeit sucht.
 

Die Kommissare ...

... kommen ordentlich ins Schwitzen.

Nicht nur, dass der Fall des ermordeten Milliardärs vollen Körpereinsatz fordert. Privat bekommen es Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen) auch noch mit der gefürchteten Kita-Erzieherin ihres Sohnes zu tun. Die hält den Kleinen für verhaltensgestört. Dabei ist "der Zwerg" nur mit seiner Hochbegabung überfordert, das weiß sein Vater genau. Schließlich kennt er das aus eigener Erfahrung.
 

Der beste Spruch...

... fällt von Drehbuchautor Murmel Clausen diesmal nicht im Film, sondern über den Film – ist aber zu gut, um ihn den "Tatort"-Fans vorzuenthalten. Clausen im ARD-Interview auf die Frage, wie es war, ausnahmsweise ohne seinen Kollegen Andreas Pflüger zu schreiben:

"Es war sehr einsam und ich hatte tatsächlich irgendwann Angst, verrückt zu werden. Zum Glück wehte der Sturm einen Volleyball in den Hof. Ich malte ihm ein Gesicht auf, nannte ihn Andreas und stellte ihn neben meinen Monitor. Von da an war's eigentlich wie früher."
 

Irre Gags und Pyrotechnik

Einschalten oder abschalten?

Regisseur Titus Selge und Autor Murmel Clausen jagen Deutschlands abstrusestes Ermittlerpaar (in Bestform: Nora Tschirner, Christian Ulmen) mal wieder von einer absurden Situation in die nächste. Und lassen die Hauptdarsteller einfach das machen, was sie am besten können: kultivierten Krimi-Unsinn. Toll auch das Wiedersehen mit Ruby O. Fee (im "Tatort: Kartenhaus" noch blutjunge Lolita, heute Femme fatale) als Pole tanzende Witwe im "Chez Chériechen".

Zum Ende hin wird es dann noch überraschend brutal. Unterm Strich ist dieser sechste Fall der Thüringer dennoch einer, wie ihn die Fans des Duos Tschirner/Ulmen erwarten: gespickt mit irrer Situationskomik und allerfeinstem Humor. Und zum Showdown gibt's noch eine Prise Actionkino mit ordentlich Pyrotechnik. Einschalten!

Erstausstrahlung: 11.2.2018, 20.15, Das Erste 

Wie brutal ist der "Tatort: Der kalte Fritte"? 

9.2.2018, 14.16 Uhr

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