Krimi-Check: So ist der "Tatort: Meta"

Kunstvoll oder einfach nur gekünstelt?

Meret Becker und Mark Waschke ermitteln auf der Berlinale. Ihr 7. Fall ist ein kleines Meisterwerk – das garantiert polarisieren wird.

Wie echte Filmstars: Die Kommissare Rubin (Meret Becker) und Karow (Mark Waschke) auf dem roten Teppich der Berlinale

Ein Film als Geständnis?

Darum geht's:

Kommissar Karow (Mark Waschke) erhält verstörende Post: Ihm wird der abgetrennte Finger eines jungen Mädchens geschickt. Auf der Suche nach dem Absender des Pakets stoßen er und Kollegin Nina Rubin (Meret Becker) auf die Leiche der Prosituierten Svenja. Eine Spur führt sie zu einer Filmproduktionsfirma. Deren Kinofilm "Meta" feiert gerade auf der Berlinale Premiere. Darin geht es ebenfalls um einen Prostituiertenmord. Und der weist erstaunliche Parallelen zu dem echten Fall auf. War der Drehbuchautor Peter Kotheas (Simon Schwarz) Svenjas Mörder und ist "Meta" sein Geständnis?
 

Die Kommissare ...

... finden keine Ruhe.

Kommissar Karow (Mark Waschke) macht der Gedanke wahnsinnig, Svenjas Mörder, den Drehbuchautor Koteas, nicht mehr befragen zu können. Er beging vor einigen Monaten Selbstmord. Die Leiche des Mädchens hatte er offenbar jahrelang eingelagert. Fall abgeschlossen? Nicht für Karow! Er taucht völlig in die bizarre Welt von Kotheas Film ein.

Kommissarin Nina Rubin (Meret Becker) macht sich Sorgen um ihren Kollegen, der den Bezug zur Realität verliert. Auch privat läuft es mal wieder nicht rund: Ihr Sohn Kaleb will zum Vater ziehen.
 

Ein Genuss für Filmfans

Einschalten oder abschalten? 

Ein badischer "Tatort", bei dem man kaum ein Wort versteht, ein Grusel-"Tatort" à la Edgar Wallace, ein Zombie-Film für Arme ... Und nun also ein "Zwiebel"-Tatort. So bezeichnet TV-Kommissarin Meret Becker jedenfalls den "Tatort: Meta": "Da ist immer noch eine Schicht und das nimmt kein Ende".

Kein Ende nehmen auch die "Tatort"-Experimente. Dabei hatte die ARD vor einigen Monaten angekündigt, deren Anzahl deutlich zu reduzieren. Keine Frage, der "Tatort: Meta" ist kunstvoll gemacht: raffiniert verschachtelte Erzählebenen, grandios komponierte, bizarre Bilder. Ein hochspannender Plot, der unter die Haut geht, untermalt mit pulsierendem Sound. Und dann geistert auch noch De Niros "Taxi Driver" durchs Bild. Fast ein Film-Kunstwerk. Passend dazu ist die Berlinale als Schauplatz gewählt. Mächtig stolz ist man beim rbb, eine Drehgenehmigung auf der "echten" Berlinale 2017 bekommen zu haben. Das gibt ein Fleißsternchen für den Sender. Für den Zuschauer auf der Couch macht es das Krimi-Erlebnis weder besser noch schlechter.

Fest steht: Der "Tatort: Meta" ist wieder mal einer, der die Krimi-Fans spalten wird. Film-Freaks und Liebhaber von Krimi-Experimenten: Einschalten! Fans klassischer TV-Kost und zart Besaitete könnten die harten Bilder und den durchgeknallten Plot als verstörend empfinden. Und anstrengend obendrein. Abschalten!

Erstausstrahlung: 18.02.2018, 20.15 Uhr, Das Erste

Wie brutal ist der "Tatort: Meta"?

Autor: Stefanie Moissl

15.2.2018, 13.55 Uhr

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