Krimi-Check: So ist der "Tatort: Im Schmerz geboren"

Irrer Mix für "Tatort"-Fans

Barockmusik und Blutfontänen à la Tarantino: Der fast schon hymnisch gefeierte Murot-"Tatort: Im Schmerz geboren" bildet den Abschluss der Sommerwiederholungen.

Zwischen Shakespeare und Italowestern 

Darum geht’s:

Drei bewaffnete Männer auf einem einsamen Bahnhof. Ein vierter steigt allein aus dem Zug. Plötzlich liegen die drei ersten Männer tot im Staub – aber geschossen hat nicht der vierte. Auf der Videoüberwachung erkennt Kriminalhauptkommissar Murot (Ulrich Tukur) einen alten Bekannten: seinen früheren Freund Richard Harloff (Ulrich Matthes), inzwischen Drogenbaron in Bolivien. Weitere Morde geschehen. Harloff hat jedoch immer ein Alibi.
   
Der Kommissar:

Einschalten oder abschalten: 

Den Tumor ist LKA-Ermittler Felix Murot los. Einen ordentlichen Hau hat er aber noch immer weg. Auch auf Regisseur Florian Schwarz und Autor Michael Proehl trifft das irgendwie zu. Denn anders lässt sich ihr Filmexperiment fast nicht erklären. Er passt einfach nicht so recht unter das Dach der Hausmarke "Tatort", dieser monumentale Mix aus Shakespeare, Tarantino und Italowestern mit einem Übermaß an Kunstgeschichte und Zitaten und verfremdeter Ästhetik. 

Obendrauf auch noch die schwere Barockmusik, die vom Sinfonieorchester des HR eigens dazu eingespielt worden war. Der Anti-"Tatort" schlechthin also. Und gleichzeitig einer der besten seit Bestehen der Reihe. Mit einem unerhört sardonischen Ulrich Matthes, der als Tukurs Antagonist mit seinem Killertrupp bei der TV-Premiere 2014 alle Rekorde brach - 47 Filmtote! Einschalten!

Erstausstrahlung: 12.10.2014, 20.15 Uhr, Das Erste

Wie brutal ist der "Tatort: Im Schmerz geboren"?


 

27.7.2018, 13.06 Uhr

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