Krimi-Check: So ist der "Tatort: Die Musik stirbt zuletzt"

Der Spaß stirbt zuerst

Start in die "Tatort"-Saison: kunstvoll, aber leider langweilig. "Die Musik stirbt zuletzt" wurde in Echtzeit gedreht und auf Theaterstück getrimmt.

Reto Flückiger (Stefan Gubser) und Liz Ritschard (Delia Mayer)

Giftanschlag im Konzert

Darum geht's:

Im Luzerner Kongresszentrum trifft sich die High Society. Der Milliardär Walter Loving (Hans Hollmann) hat das argentinische "Jewish Chamber Orchestra" für ein Benefiz-Konzert engagiert, um den Opfern des Holocausts zu gedenken. Doch was ein glanzvoller Abend werden soll, mündet in eine Katastrophe: ein Giftanschlag auf den Klarinettisten, lautstarke Streitigkeiten und dunkle Familiengeheimnisse, die bis in die Nazi-Zeit reichen ... Mittendrin: Reto Flückiger (Stefan Gubser) und Liz Ritschard (Delia Mayer), denen kaum Zeit bleibt, den Täter zu finden, ehe es weitere Opfer unter den Konzertbesuchern gibt.
 

Die Kommissare ...

... sind eigentlich privat hier. 

Einschalten oder abschalten?

Das kennt man ja: Wenn das Ende naht, läuft ein "Tatort"-Team noch einmal zur Höchstform auf. Das ist auch bei den Luzernern nicht anders, für die 2020 zugunsten Zürichs die letzte Klappe fällt. Aber warum musste es denn schon wieder ein Krimi-Experiment sein? Und dann auch noch ein zweifaches: Gedreht wurde in einem einzigen Take, ohne Schnitt. An vier Abenden wurde dieses "Stück" unter der Regie von keinem Geringeren als Dani Levy ("Alles auf Zucker!") durchgespielt. Dabei folgte Kameramann Filip Zumbrunn den Figuren ständig, ohne seine Aufnahmen zu unterbrechen. Eine Meisterleistung, die aufwendige Proben und eine ausgeklügelte Technik erforderten. Hätte man es nur dabei belassen!

Doch zusätzlich wurde die Handlung bewusst auf Theaterstück getrimmt: Franky (Andri Schenardi), das "schwarze Schaf" der Familie, tritt immer wieder aus der Handlung heraus, um sich als Sprecher an die Zuschauer zu wenden. Das kann witzig sein, wenn er sich über den "Tatort" lustig macht. Meist erstickt es nur die gerade sanft aufkeimende Spannung. "Es ist eine erbärmliche Geschichte, sowas gibt es nur im Fernsehen – aber ihr, ihr werdet euren Spaß haben", verspricht Franky vollmundig zu Beginn dieses "Tatort"-Experiments. Es ist eher umgekehrt. Abschalten!

Erstausstrahlung: 5.8.2018, 20.15 Uhr, Das Erste 

Wie brutal ist der "Tatort: Die Musik stirbt zuletzt"?

3.8.2018, 14.15 Uhr

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