Krimicheck: So wird der "Polizeiruf 110: Kindeswohl"

Es wird wieder explosiv: Im neuen Rostocker "Polizeiruf 110" steht Raubein Bukow am Abgrund  - und die Gesellschaft auch.

Harter Stoff, Rostock eben!

Darum geht’s:

Für Kommissar Bukow (Charly Hübner) kommt es wieder mal knüppeldick: In Rostock wurde der Leiter eines privaten Kinderheims erschossen – und Bukows Sohn Samuel hat offenbar mit der Sache zu tun! Gemeinsam mit dem als "verhaltensauffällig" geltenden Heimkind Keno ist er spurlos verschwunden. War Samuel an der Tat beteiligt? Oder ist er eine Geisel von Keno? Katrin König (Anneke Kim Sarnau) soll die Ermittlungen leiten. Die Spur der beiden Teenager führt bis nach Polen, wo Kenos Bruder in einer Pflegefamilie lebt.
 

Hintergrund:

Die Krimimacher wollen mit dem "Polizeiruf 110: Kindeswohl" auf Missstände bei der Betreuung von schwer erziehbaren Kindern aufmerksam machen. Ein Bereich, der zusehends privatisiert wird: Regisseur und Co-Autor Lars Jessen: "Wenn die Betreuung von Kindern und Jugendlichen abhängig gemacht ist von ökonomischen Rahmenbedingungen, kann das in der Konsequenz zu Missständen führen, wie wir sie hier beschreiben."
 

Einschalten oder abschalten:

Bittere Botschaft: Nachdem Auslagerungen schon beim Müll, bei Rentnern und bei ganzen Industriezweigen funktioniert haben – warum nicht auch "Problemkids" ins Ausland abschieben? Für seinen unter die Haut gehenden Film hat Regisseur und Co-Autor Lars Jessen zwar nicht das richtig große politische Besteck herausgeholt. Aber doch ein brisantes Thema aufgetischt und mit explosiver Atmosphäre aufgeladen. Das Ganze mit zwei Ermittlern (hochintensiv: Charly Hübner, Anneke Kim Sarnau), denen der Frust über das eigene Leben fast schon aus jeder Pore dampft. Vielleicht nicht der Klassiker der Krimireihe. Aber einmal mehr packender, harter Stoff aus Rostock. Einschalten!

Erstausstrahlung: 7.4.2019, Das Erste

 

Wie brutal ist der "Polizeiruf 110: Kindeswohl"

5.4.2019, 14.24 Uhr

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