Krimi-Check: So ist der neue "Tatort: Anne und der Tod"

Null Action, nur eine Verdächtige - trotzdem geht dieser Stuttgarter "Tatort" garantiert unter die Haut!

Darum geht’s:

Paul Fuchs war alt, bettlägerig, pflegebedürftig. Trotzdem war der Tod des tyrannischen Patriarchen nicht unmittelbar zu erwarten. Seine Ärztin vermutet Mord, obwohl es keinerlei Spuren von Gewalt gibt. Die Kommissare Lannert (Richy Müller) und Bootz (Felix Klare) halten das zunächst für Hirnspinst.

Christian Hinderer war alt, bettlägerig, pflegebedürftig. Als er am Fuß einer Treppe tot gefunden wird, sieht alles nach einem Sturz aus. Seine Frau beschuldigt die Pflegerin Anne, ihn hinuntergestoßen zu haben.

Wieder werden Thorsten Lannert und Sebastian Bootz gerufen. Wieder gibt es keinerlei Spuren. Doch beide Männer wurden von Anne Werners mobilem Pflegedienst versorgt. Ein Zufall?

 

Die Kommissare ...

… sind hin und hergerissen:

Ist Anne Werner (Katharina Marie Schubert) nun ein Todesengel oder der Unschuldsengel, als der sie ihre Kollegen darstellen? Wen auch immer die Ermittler befragen: Alle sind voll des Lobs für Anne, die alleinerziehende Mutter, die sich für ihren Sohn und ihre Patienten aufopfert. Die Kommissare haben wenig Chancen, je Beweise für einen Mord zu finden. Und sie können Anne, die freiwillig auf einen Anwalt verzichtet, nicht ewig festhalten. Lannert und Bootz läuft die Zeit davon.

 

Einschalten oder abschalten?

"Wenn auf dem Grab jedes Mordopfers eine Kerze brennen tät‘, wären unsere Friedhöfe nachts hell erleuchtet", bekommen Lannert (Richy Müller) und Bootz (Felix Klare) von einer Hausärztin zu hören. Und sind ausnahmsweise sprachlos – angesichts dessen, was sich hinter den Zimmertüren angeblich liebevoll gepflegter Senioren in Wahrheit abspielt. Genau wie der Zuschauer dieses wahrlich ungewöhnlichen "Tatorts": Null Action, null Geballer, nur eine einzige Verdächtige – trotzdem ist es hochspannend, den Kommissaren dabei zuzusehen, wie sie allein durch kluges Befragen die Wahrheit suchen.

Beeindruckend: Schauspielerin Katharina Marie Schubert schafft es, dem vermeintlichen "Todesengel" Anne etwas zutiefst Anrührendes zu geben und dennoch undurchsichtig zu bleiben: Hat diese Frau mindestens zwei ihrer Patienten auf dem Gewissen, oder nicht? Die Antwort bleibt in dieser in Rückblenden erzählten Geschichte lange offen. Und sie überrascht, verstört, bleibt noch lange im Gedächtnis. Einschalten!

Erstausstrahlung: 19.5.2019, 20.15 Uhr Das Erste

Autor: Stefanie Moissl

 

Wie brutal ist der "Tatort: Anne und der Tod"?

17.5.2019, 13.51 Uhr

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