Krimi-Check: So ist der neue "Tatort: Die ewige Welle" am Sonntag

Für Kommissar Leitmayr wird es im neuen Münchner Fall persönlich. Er trifft einen alten Freund, der in Schwierigkeiten steckt.

Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl, l.) und Ivo Batic (Miroslav Nemec) ermitteln an der Eisbach-Welle

Darum geht's:

Ein Eisbach-Surfer fällt nach einer nächtlichen Surfaktion einer Messerattacke zum Opfer. Bei der Befragung im Krankenhaus erkennt Kommissar Leitmayr (Udo Wachtveitl) in dem schwer verletzten Althippie seinen früheren Freund Mikesch (Andreas Lust). In den 80er-Jahren verbrachten die beiden mit der Holländerin Frida (Ellen ten Damme) einen gemeinsamen Sommer in Portugal – Menage à Trois inklusive. Während Leitmayr in Erinnerungen an den magischen Sommer schwelgt, scheint Mikesch etwas verbergen zu wollen und flieht aus dem Krankenhaus. Als wenig später die Leiche eines Junkies gefunden wird, der Kontakt zu Mikesch hatte, werden Leitmayr und Batic (Miroslav Nemec) stutzig: Ist Mikesch in ein gefährliches Drogengeschäft verwickelt?
 

Die Kommissare ...

... mögen es unkompliziert.

Einschalten oder abschalten?   

Der 81. Fall von Batic und Leitmayr zeichnet sich durch eine ganz besondere Atmosphäre aus. Er zeigt ein anderes, ein alternatives München, wie man es heute selten sieht: Wohnwagensiedlungen und kiffende Alt-68er. Schwer zu glauben, dass Leitmayr da mal dazugehörte. Paradiesvogel Mikesch (wunderbar schludrig gespielt vom Österreicher Andreas Lust) und sein Umfeld sind Althippies, die sich an den Traum von der großen Freiheit jenseits der bürgerlichen Gesellschaft klammern. Die Drehbuchautoren Alex Buresch und Matthias Pacht über ihre Figur:

"Mikesch ist hängen geblieben in einem München, das es so wohl nicht mehr gibt. Das München der Freigeister und Lebenskünstler. Das München der 80er-Jahre, in dem ein paar Träumer noch auf die verrückte Idee kommen konnten, im Englischen Garten eine stehende Welle zu installieren."

Der von Andreas Kleinert ("Freischwimmer") stimmig und mit viel Liebe zum Detail inszenierte Film ist freilich alles andere als ein klassischer Krimi. Eher ein nostalgisches Drama, das über Freiheit, Freundschaft und Unangepasstheit reflektiert. Wer Spannung sucht, sollte: Abschalten! Wer sich ein Stück weit von der "Ewigen Welle" und dem Gedanken an die große Freiheit jenseits der bürgerlichen Enge mitreißen lassen will, sollte: Einschalten! 
 

Erstausstrahlung: 12.5.2019, 20.15 Uhr, Das Erste
 

Wie brutal ist der "Tatort: Die ewige Welle"?

Autor: Björn Sommersacher

24.5.2019, 13.58 Uhr

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