Kritik: Doc meets Dorf

Gut kopiert, statt schlecht erfunden

Kristin Lenk

 

Imitation ist ja bekanntlich die ehrlichste Form der Schmeichelei. Da mag Produzentin Steffi Ackermann noch so oft versichern, dass sie von der US-Serie "Hart of Dixie" nie etwas gehört, geschweige denn gesehen hatte, bevor die Dreharbeiten zu "Doc meets Dorf" abgeschlossen waren. Das neue RTL-Format kommt trotzdem wie ein putziger Hybrid aus "Hart of Dixie" und Ackermanns eigenem Serienhit "Doctor’s Diary" daher. Keine Schande, schließlich ließen sich für romantisch-witzige Unterhaltung weitaus schlechtere Vorbilder finden.

Die Herzchirurgin Fritzi Frühling ist nicht nur mit einem grauenhaft albernen Namen und der Fähigkeit sehr unmanierlich zu fluchen geschlagen, sondern auch mit einem untreuen Schleimerfreund. Durch ein Kette hinterlistiger Interventionen der Dorfbewohner bleibt sie im ostdeutschen Kaff Kanada als Landärztin hängen. Dort warten natürlich bereits zwei attraktive Männer darauf, der durchgestylten Medizinerin den Hof zu machen. Von Herz-OPs bei Schafen über den obligatorischen Ex bis zu schrägen Randfiguren frühstückt "Doc meets Dorf" so ziemlich alles ab, was man erwarten würde. Und wann immer dem recht lustigen Format der letzte Biss fehlt, darf Fritzi halt ordentlich dreckig fluchen.

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