Sascha Bigler: So ist es mit Mama Christiane Hörbiger am Set

Mutter und Sohn

Regisseur Sascha Bigler hat wieder einen Thriller mit seiner Mutter, Schauspielerin Christiane Hörbiger, gedreht. Kurz vor ihrem 80. Geburtstag wird er nun ausgestrahlt. Wie die Zusammenarbeit war, verrät er im Interview.

Schriftstellerin Madeleine Montana (Christiane Hörbiger) und ihr Sohn Oliver Sandberg (Florian Teichtmeister) können es nicht fassen, als die Geschichten im Buch plötzlich Wirklichkeit werden

Er ist der Sohn des österreichischen Filmstars Christiane Hörbiger (79, "Schtonk!") und deren zweitem Ehemann, dem Journalisten und Autor Rolf R. Bigler (1930-1978): Regisseur Sascha Bigler (50, "München Mord: Die ganze Stadt ein Depp"). Der gebürtige Schweizer pendelt zwischen der alten Heimat und der Wahlheimat USA hin und her. Vor allem zum Arbeiten kommt er nach Europa. Was dabei herauskommt, wenn Mutter und Sohn zusammen einen Film machen, zeigt der Thriller "Die Muse des Mörders", der am heutigen Montag (8.10.) um 20:15 Uhr im ZDF ausgestrahlt wird.

Christiane Hörbiger spielt in der Romanverfilmung die ehemalige Wiener Bestsellerautorin Madeleine Montana, die aufopferungsvoll von ihrem Sohn Oliver (Florian Teichtmeister) umsorgt wird. Als ein Serien­mörder die Stadt in Angst und Schrecken versetzt, stellt sich heraus, dass die Verbrechen Madeleines Krimis nachempfunden sind. Darüber ist sie zunächst scho­ckiert und schaltet die Polizei ein. Doch bald schon genießt sie das Ge­fühl, wieder im Mittelpunkt zu stehen. Kommis­sar Bäumer (Fritz Karl) und seine Assistentin Florentina "Flo" Gstöttner (Cornelia Ivancan) befürchten jedoch, dass das grausame Morden weitergeht...

Der Film wird zur Feier des 80. Geburtstages (13.10.) von Christiane Hörbiger ausgestrahlt. Was er seiner Mutter zum Wiegenfest wünscht, wie es zusammen am Set war und welche Regel es beim nächsten Film geben wird, verrät Sascha Bigler unter anderem im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news.

Sie haben den Roman "Die Muse des Mörders" als Thriller verfilmt. Was hat Sie an dem Stoff gereizt?

Sascha Bigler: Ich wollte immer mal eine Serienmördergeschichte mit einer zentralen, starken Frauenfigur machen. Das lag so in der Romanvorlage vor, die unser Drehbuchautor Axel Götz und ich dann fürs Fernsehen bearbeitet haben.

Unter anderem geht es um eine belastete Mutter-Sohn-Beziehung. Inwiefern war das bei der Vorbereitung zum Film zwischen Ihnen und Ihrer Mutter, Christiane Hörbiger, ein Thema?

Bigler: Klar verarbeitet man in der Fiktion auch immer eine gewisse Portion reales Leben, aber ich denke, meine Mutter und ich haben ein ganz gutes Verhältnis, auch wenn wir uns nicht so oft sehen.

Es ist nicht Ihre erste Zusammenarbeit. Was war diesmal anders als beim Dreh zu "Meine Schwester" (2011)?

Bigler: Nichts. Nur dass sie diesmal beim Drehen keine Überstunden zuließ.

"Die Muse des Mörders" und "Meine Schwester" sind stellenweise ziemlich unheimlich. Teilen Sie beide eine Vorliebe für solche Stoffe?

Bigler: Ich ja, meine Mutter eher nicht. Aber ich denke meine Mutter spielt alles, wenn ihr das Drehbuch taugt. Es gab eine Zeit, in der sie fast ausschließlich Krimis las und beim Krimischauen die penetrante Art hatte, vorherzusagen, wer nun warum der Täter ist - ihre Treffer-Quote liegt ungefähr bei 50:50.

Warum arbeiten Sie gern mit Ihrer Mutter zusammen? Und was ist eher schwierig, wenn man sich so gut kennt?

Bigler: Sie ist eine hervorragende Schauspielerin und eine ebensolche Kollegin. Schwierig ist daran gar nichts, da macht auch das verwandtschaftliche Verhältnis keinen Unterschied. Am Film-Set arbeitet man miteinander. Das ist alles.

Ihre Mutter feiert am 13. Oktober den 80. Geburtstag. Was wünschen Sie ihr?

Bigler: Gesundheit.

Sie hatten in diesem Jahr selbst einen runden Geburtstag. Wie haben Sie gefeiert?

Bigler: Ich habe gedreht, der Produzent kam mit Torte und Champagner vorbei, das Team hat mit mir angestoßen, danach haben wir weitergearbeitet. Eigentlich perfekt für mich. Ah ja: Meine Mutter kam auch vorbei.

Sie leben in den USA, arbeiten aber viel in Deutschland/Österreich. Könnten Sie sich vorstellen, nach Europa zurückzukehren?

Bigler: Ich pendle und genieße das Beste der beiden Welten. Ich werde im Herzen immer Europäer sein, aber mein Sohn lebt bei seiner Mutter in den Staaten. Er ist 13 und bevor er seinen alten Eltern den Rücken kehrt, möchte ich noch ein bisschen was von seiner Jugendzeit mitbekommen.

Ihre Mutter hat unlängst in einem Interview erklärt, dass sie nun weniger drehe möchte. Können Sie sich vorstellen, dass sie das wirklich macht?

Bigler: Ja klar.

Bei einem Ihrer Filme macht sie aber wohl nochmal eine Ausnahme. Was können Sie über das Projekt, in dem sie eine "Ein-Tages-Rolle" hat, denn schon verraten?

Bigler: Nichts. Nur dass ihre Hunde [die Möpse Vicco und Loriot, Anm.] Set-Verbot haben werden.

(ili/spot)

8.10.2018, 9.42 Uhr

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