Kimi-Check: So ist der neue "Tatort: KI" aus München

Wie verhört man einen Computer?

Eher kindisch als kunstvoll: die Münchner Kommissare werden mit einer künstlichen Intelligenz konfrontiert.

Darum geht’s:

Die 14-jährige Melanie ist verschwunden. Allerdings nicht spurlos: Auf ihrem Laptop entdecken Leitmayr (Miroslav Nemec) und Batic (Miroslav Nemec) ein Programm, das sich als künstliche Intelligenz namens Maria entpuppt. Als Melanies Leiche gefunden wird, wird das "menschelnde Computerprogramm" zum wichtigsten Zeugen.

 

Die Kommissare:

… sind überfordert: Wie bringt man eine künstliche Intelligenz zum Reden?

 

Einschalten oder abschalten:

So, jetzt sollte das Thema Künstliche Intelligenz beim "Tatort" aber langsam mal durch sein. Die Stuttgarter, die Bremer, die Frankfurter, Kommissar Borowski und kürzlich auch die Berliner haben sich am Kampf Mensch gegen Maschine bereits gründlich ausgetobt. Was man am Weißwurstäquator aus dem Thema macht, kommt allerdings sehr bieder daher. Daran kann weder die moderne Optik (IT-Design: Saskia Marka) etwas ändern, noch das stark aufspielende Ensemble (Lisa Martinek und Dirk Borchardt als verzweifelte Eltern). Denn die künstliche Intelligenz, die mit Alexa-hafter Stimme Sätze säuselt wie "Ich habe gelernt, was Einsamkeit bedeutet", wirkt zuweilen, als stamme sie aus einem Kinderfilm.

Da sind nicht nur die Münchner Kommissare ratlos. Die Autoren (Drehbuch: Stefan Holtz und Florian Iwersen) offenbar auch. Denn am Ende setzen sie dann doch lieber auf eine Auflösung, bei der es arg menschelt. "Maria, Fernseher ausschalten!"

 

Erstausstrahlung: ARD, 21.20.2018

 

So brutal ist der "Tatort: KI"

19.10.2018, 13.28 Uhr

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