Krimi-Check: So ist der neue "Tatort: Friss oder stirb"

Bislang bester "Tatort" aus Luzern: In "Friss oder stirb" nimmt ein grandios aufspielender Mišel Matičević eine Unternehmerfamilie und die Ermittler als Geiseln.

Anton Seematter (Roland Koch) wird von Mike Liebknecht (Mišel Matičevic) bedroht

Darum geht's:

Zur falschen Zeit am falschen Ort: Die Ermittlungen im Mord an einer Professorin in Luzern führen Ritschard (Delia Mayer) und Flückiger (Stefan Gubser) zum Anwesen des schwerreichen Unternehmers Seematter (Roland Koch). Reine Routine – denken sie. Doch in der Villa hält der bewaffnete Liebknecht (Mišel Matičević) seinen ehemaligen Chef Seematter und die ganze Familie in Schach. Als die Ermittler in die Szene platzen, werden auch sie als Geiseln genommen. Liebknecht fordert eine Entschädigung, weil Seematter seinen Job eingespart hatte. Was als absurder Klassenkampf beginnt, wird im Laufe des Tages zur blutigen Familientragödie ...
 

Die Kommissare ...

... sind dem Geiselnehmer ausgeliefert.

Reto Flückiger (Stefan Gubser) riskiert eine dicke Lippe, als er von Liebknecht gefragt wird, was er und Kollegin Ritschards zu Seematters Villa geführt hat. Und hat eine Sekunde später eine Kugel im Bein.

Liz Ritschard (Delia Mayer) muss schnell feststellen, dass "Klappe halten!!", so wie es der völlig planlose Geiselnehmer fordert, die einzige Chance ist zu überleben.
 

Einschalten oder abschalten?

Mehr Spannung gab es im Luzerner "Tatort" nie: Eine Geiselnahme im Dunstkreis von Upper Class und Proletariat, Rendite und Inflation – Klassenkampf im Heidi-Land! Mit dem Zerbröseln der großbürgerlichen Fassade als bedauerlichem Kollateralschaden. Mittendrin: Roland Koch als mit dem Sturmgewehr umher ballernder Großkotz-Manager. Und ein fulminanter Mišel Matičević in seiner Paraderolle: als zum Fürchten glaubhafter Psychopath – ständig pendelnd zwischen Eiseskälte, Todtraurigkeit, Naivität. Dazu wunderbar böse Dialoge, klasse Optik und ein toller Soundtrack mit Songs von Joe Cocker, Nick Cave und Johnny Cash. Wenn’s in Luzern doch immer so gelaufen wäre! Aber der Konjunktiv nützt nichts, wenn die Planung für 2019 mit einem neuen Team aus Zürich – als Ersatz für Delia Mayer und Stefan Gubser – schon in Stein gemeißelt ist. Auch Skeptiker des Luzern-"Tatorts" sollten diesmal unbedingt Einschalten!

Erstausstrahlung: 30.12.2018, 20.15 Uhr, Das Erste

Wie brutal ist der "Tatort: Friss oder stirb"?

 

28.12.2018, 15.52 Uhr

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