Krimi-Check: So wird der neue "Tatort: Zorn"

Viel Anspruch, aber wenig Action im "Tatort: Zorn": Die Dortmunder werfen in ihrem 13. Fall einen ungewohnt nachdenklichen Blick in die Kumpelseele.

Darum geht’s:

Der ehemalige Bergmann Sobitsch wird erschossen am Flussufer aufgefunden, unweit von Dortmund. Sein Zuhause war eine alte Zechensiedlung. Die Kommissare Peter Faber (Jörg Hartmann), Martina Bönisch (Anna Schudt), Nora Dalay (Aylin Tezel) und Jan Pawlak (Rick Okon) befragen die Ex-Kollegen des Mordopfers. Sobitsch hatte sich bis zuletzt für die Interessen der Bergleute eingesetzt. Aber in der einst eingeschworenen Gemeinschaft herrscht Streit: Auf dem Gelände ihrer Zeche öffnet bald ein Freizeitpark. Viele fühlen sich als Verlierer des Strukturwandels im Ruhrgebiet. Bei den Ermittlungen tauchen neue Hinweise auf: Gibt es Verbindungen zu extremistischen Kreisen? Das „Freie Reich Frieden" wird von einem Sonderling namens Keller (Götz Schubert) regiert. Kommissar Faber scheint sich für diese Weltanschauung sehr zu interessieren.

 

Die Kommissare: …

… rangeln um die Macht.

Schauspieler Rick Okon über seine Rolle:
"Das ,Geheimnisvolle' ist Teil der Figur und auch so beabsichtigt. Er ist jemand, der Privatleben und Beruf strikt voneinander trennt. Die Zuschauer werden Folge für Folge mehr über Jan Pawlak erfahren und er wird sich, auch emotional, öffnen müssen."

 

Einschalten oder abschalten:

Was für Duisburg einst der große Götz George als sehr spezieller Sympathie-Sonderbotschafter Schimanski war, sind für Dortmund inzwischen Kotzbrocken-Kommissar Faber & Co. Ihm und seinem Team bieten Jürgen Werner (Buch) und Andreas Herzog (Regie) eine große Bühne: zwischen stillgelegten Zechen und maroden Häusern. Die Ruhrmetropole als moderne Geisterstadt.

Mit einem Blick in die dunkle Kumpelseele, der nicht bloß Frau Bönisch resignieren lässt: "Kein Leben hier!" Zu dem Schluss werden auch viele Fans des Dortmund-„Tatort“ kommen. Schließlich sind sie in puncto Spannung und Action inzwischen durchaus verwöhnt. Vor lauter Düsterszenario gerät der Mordfall fast zur Nebensache. Dramaturgisch allerdings durchaus verträglich und ambitioniert sowieso. Deshalb auf jeden Fall einschalten!

Erstausstrahlung: 20.01.2019, 20.15 Uhr ARD

 

Wie brutal ist der "Tatort: Zorn"?

18.1.2019, 15.57 Uhr

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