Krimi-Check: So ist der neue "Tatort: Der Pakt"

Mord im Schwesternheim: In seinem letzten Fall arbeitet sich Devid Striesow als Jens Stellbrink an einer tragischen Flüchtlingsgeschichte ab.

Darum geht's:

Zwei Schwesternschülerinnen, die sich ziemlich ähnlich sehen, aber grundverschieden sind: Vanessa flirtet gerne und feiert ausgiebig, Anika (Lucie Hollmann) arbeitet in ihrer Freizeit für die Flüchtlingsinitiative "Mediziner für Illegale (MefI)" der Ärztin Dr. Bindra (Franziska Schubert). Nachdem Vanessa bei einer Party im Schwesternwohnheim eine Nacht mit dem attraktiven Assistenzarzt Dr. Sharifi (Jaschar Sarabtchian) verbracht hat, wird sie am nächsten Morgen tot aufgefunden – in Anikas Bett.

Kommissar Jens Stellbrink (Devid Striesow) kommt schnell auf den Gedanken, dass es sich um eine Verwechslung handeln könnte: Denn ein Motiv gibt es zunächst nur für einen Mord an Anika, die einen Streit mit dem jungen Flüchtling Kamal Atiya hatte. Um nicht abgeschoben zu werden, hat Kamal der Ausländerbehörde Informationen über illegale Flüchtlinge zugespielt. Die idealistische Anika hat Kemal in der Mordnacht gedroht, ihn auffliegen zu lassen, wenn er seinen Verrat nicht selbst öffentlich macht.

 

Der Kommissar ...

... manövriert sich passabel durch den vertrackten Fall, wirkt aber manchmal ganz schön fahrig.

 

Einschalten oder abschalten?

Mit roter Vespa, Gummistiefeln und reichlich sonderbarem Humor hat Devid Striesow 2013 als Kommissar Jens Stellbrink die Ermittlungen aufgenommen. Die Kritiken waren vernichtend. Nach etlichen Kurskorrekturen – die Gummistiefel verschwanden schnell – in insgesamt acht Einsätzen ist jetzt sechs Jahre später Schluss.

So richtig überzeugen kann auch die Abschiedsfolge nicht. Der von Zoltan Spirandelli ("Vaya con Dios") inszenierte Fall gleicht einem Eintopf aus der dramaturgischen Resteküche: zornige junge Migranten und ihre Angst vor der Abschiebung, die Nöte ihrer deutschen Unterstützer und Party machende Schwesternschülerinnen. Alles sehr ernst erzählt und mit einem melodramatischen Ende garniert, aber leider trotzdem kein würdiger Abgang für einen großen Schauspieler. Vielleicht ist es ja ganz gut, dass sich Striesow lieber den allseits bekannten "neuen Herausforderungen" stellen will. Und wie geht es im Saarland weiter? Vermutlich mit Teamarbeit: Anfang 2020 soll dort ein Quintett die Ermittlungen übernehmen. Für diesmal aber gilt: Abschalten!

Erstausstrahlung: 27.1.2019, 20.15 Uhr, Das Erste

 

Wie brutal ist der "Tatort: Der Pakt"?

25.1.2019, 15.32 Uhr

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