Krimi-Check: So ist der "Tatort: Das verschwundene Kind"

Klasse, nur das Gezicke nervt: "Black Panther"-Star Florence Kasumba ermittelt zum ersten Mal an der Seite von Maria Furtwängler.

Anaïs Schmitz (Florence Kasumba) und Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler)

Darum geht's:

"Gut gefrühstückt?", fragt ein Spusi-Mann bei Kommissarin Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) launig in die Runde. Und kündigt eine "große Schlachtplatte" an: Ein Teenager hat auf der Schultoilette entbunden. Und Frau Lindholm wagt den Griff ins verstopfte Klo, um Plazenta samt Nabelschnur herauszuziehen. Wo sind Mutter und Kind und leben sie noch? Der ungewöhnliche Fall ist die erste Bewährungsprobe für Charlotte an ihrem neuen Einsatzort. Nach ihrem missglückten Einsatz im "Fall Holt" hat man sie vom LKA Hannover zur Polizeidirektion Göttingen strafversetzt. Dort gerät sie sofort mit ihrer neuen Kollegin Anaïs Schmitz (Florence Kasumba) aneinander. Beide sind es gewohnt, bei der Arbeit den Ton anzugeben.

Die Kommissarinnen ...

... müssen sich erst aneinander gewöhnen.

Einschalten oder abschalten? 

Das Bild von Charlotte Lindholm, die eine Nachgeburt aus dem Schulklo zieht, bleibt im Gedächtnis. Heftigere Ekelbilder hat man im "Tatort" nur selten gesehen. Das Spiel mit der Provokation läuft bei Frau Lindholm üblicherweise weniger über die Optik. Vielmehr über den schmerzhaften Psycho-Blick in menschliche Abgründe. Davon gibt‘s in diesem Sozialdrama um sogenannte verdrängte Schwangerschaften aber nur mäßig zu sehen. Zu sehr steht Charlottes Strafversetzung von Hannover nach Göttingen im Fokus, die irgendwie gewuppt werden muss. Und natürlich die misslungene Annäherung an die neue Kollegin Anaïs (Florence Kasumba), von der sie im Affekt sogar geohrfeigt wird.

Ein durchaus spannender Ansatz. Der jedoch – genau wie das haarsträubende Versöhnungsfinale – von der Regie (Franziska Buch) mit Kasumba als Grace Jones für Arme völlig überzeichnet wird. Dennoch: "Die Neue" an der Seite von Maria Furtwängler ist klasse besetzt: Florence Kasumba, aufgewachsen im Ruhrgebiet, zählt zu den wenigen deutschen Schauspielerinnen, die es bis nach Hollywood geschafft haben. Sie war in Blockbustern wie "The First Avenger: Civil War" und "Black Panther" zu sehen. Das neue Duo verspricht mehr Spannung und Zoff im sonst so gediegenen NDR-"Tatort". Und das Wiedersehen mit Daniel Donskoy alias "Sankt Maik" als Pathologe Nick dürfte vor allem die weiblichen Zuschauer freuen. Einschalten!

Erstausstrahlung: 3.2.2019, 20.15 Uhr, Das Erste

Wie brutal ist der "Tatort: Das verschwundene Kind"?

 

1.2.2019, 17.14 Uhr

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