Krimi-Check: So wird der neue "Tatort: Borowski und das Glück der Anderen"

Klug, aber mäßig spannend: Der neue Kieler "Tatort" ist eine groteske Parabel über die zerstörerische Kraft des Neids.

Darum geht’s:

Es gibt nur ein Thema in Kiel: Ein Einwohner hat den Lottojackpot geknackt, den Gewinn aber nicht abgeholt. Die Kassiererin Peggy ist sicher: Ihre Nachbarn müssen die glücklichen Gewinner sein. Sie bricht in deren Haus ein und legt das Wohnzimmer in Schutt und Asche. Dabei wird sie überrascht. Die Folgen: ein Blutbad und viel Arbeit für Borowski (Axel Milberg) und seine neue Kollegin Mila Sahin (Almila Bagriacik).

 

Die Kommissare …

… kommen auch in ihrem zweiten Fall überraschend gut aus.

"Die Empathie Borowskis ist ein Teil der Informationsbeschaffung. Sie ist echt, deswegen versteht er die Menschen leichter, die unter Verdacht stehen."

 

Einschalten oder abschalten:

Autor Sasha Arango, der dem wortkargen Kieler Kommissar bereits mehrere Fälle auf den Leib geschneidert hat, interessiert sich nicht so sehr für die Suche nach dem Täter, sondern für die Durchleuchtung des Motivs:

"Dieses Mal ist es der Neid; was er mit einem selber macht, wie Neid die Beziehungen zerstört und welche fürchterlichen Taten daraus folgen."

Regisseur Andreas Kleinert lässt eine entfesselte Katrin Wichmann als mords-neidische Hausmaus auf den erschrockenen Zuschauer los. Ein Fest fürs Auge.

Freunde überdrehter Filme, in denen die Zerlegung der Idylle in bester Pedro-Almodóvar-Manier zelebriert wird, sollten einschalten!

Alle anderen dürften den "Tatort: Borowski und das Glück der anderen" womöglich allzu grotesk bis albern finden und können getrost abschalten!

 

Erstausstrahlung: 03.03.2019, Das Erste

 

So brutal ist der "Tatort: Borowski und das Glück der anderen"

 

1.3.2019, 15.29 Uhr

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