Krimi-Check: So ist der neue "Tatort: Inferno" am Sonntag

In ihrem 14. Fall stolpern die Dortmunder Ermittler Faber, Bönisch & Co. wie Fremdkörper durch eine Notfallambulanz, in der eine Ärztin ums Leben kam.

Will Dr. Dr. Andreas Norstädter (Alex Brendemühl, r.) dem traumatisierten Faber (Jörg Hartmann) helfen?

Krankenhaushölle

Darum geht's:

Im Ruheraum der Dortmunder Notfallaufnahme wird die Internistin Dr. Mohnheim gefunden: halb entkleidet und mit einer Plastiktüte über dem Kopf. Die Tür wurde von außen verschlossen. Kann eigentlich nur jemand aus dem Haus gewesen sein, folgern Faber (Jörg Hartmann) und sein Team. Bei der Belegschaft und besonders bei dem undurchsichtigen Chefarzt Dr. Dr. Andreas Norstädter (richtig gut: Alex Brendemühl) stoßen die Kommissare allerdings auf massive Widerstände. Auch der gewalttätige Ehemann von Dr. Mohnheim scheint nichts mit dem Mord zu tun zu haben. Aus Norstädter bekommt das Team schließlich heraus, dass Mohnheim tablettenabhängig war und er sie wegen psychischer Probleme behandelt hat. Außerdem hat ihr Sohn ein Drogenproblem. Doch wer wollte sie töten?
 

Die Kommissare ...

... fühlen sich in der trostlosen Ambulanz wie Fremdkörper und haben Schwierigkeiten, sich in der hektischen Welt zwischen gestresstem Personal und leidenden Patienten zurechtzufinden. Im Team ist die Stimmung mal wieder am Tiefpunkt.

Einschalten oder abschalten?

Gedreht wurde 14. Fall von Faber, Böhnisch und Team im Dortmunder Klinikum, das im Film "Ruhr Emscher Klinik" heißt. Der ungewöhnliche Drehort sorgt für eine sehr authentische Atmosphäre. Rick Okon über das besondere Setting:

"Da wir bei laufendem Betrieb gedreht haben, begegnete man dauerhaft Menschen, denen es offensichtlich schlecht geht, während wir selbst alles nur spielen und fiktiv erzählen und somit vielem auch gar nicht gerecht werden. Das geht an einem nicht spurlos vorbei." – am Zuschauer auch nicht. 

Regisseur Richard Huber inszeniert den wuchtigen Fall zunächst ruhig und mit viel Gespür für die Spannungen zwischen den Figuren. Dann überschlagen sich die Ereignisse: Fabers Trauma, seine ganz persönliche Hölle, rückt in den Mittelpunkt, und Norstädter treibt den verzweifelten Kommissar in eine existenzielle Extremsituation. Mit der Nachstellung des Tathergangs und der einen oder anderen Plastiktüte übertreiben es die Dortmunder zwar diesmal, trotzdem ist "Inferno" richtig gut gespielt, spannend und intensiv. Einschalten!

Erstausstrahlung: 14.4.2019, 20.15 Uhr, Das Erste

Wie brutal ist der "Tatort: Inferno"?

Autor: Björn Sommersacher

12.4.2019, 14.40 Uhr

News empfehlen