Jessica Schwarz

Sie wuchs in einem kleinen Dorf in der Nähe von Darmstadt auf. Ritzte sich die Pulsadern auf, um zu fühlen wie das ist. Mit 14 war sie ein Gruftie, verbrachte viel Zeit auf dem Friedhof. Mit 16 zog sie nach München. Gewann den Bravo-Girl-Modelwettbewerb und startete eine Karriere als Fotomodel. Heute ist Jessica Schwarz ein wenig vernünftiger. Trotzdem siegt oft die Neugierde über ihren Verstand. Nach vier Jahren Modelleben in Tokio, Mailand und den USA beendete sie ihre Karriere und versuchte es mit kleinen Schauspieljobs. Im Januar 2000 gewann sie die VIVA-Aktion „VJ 2000“. Sie fing an, Musiksendungen zu moderieren: „Interaktiv“, „Was geht ab“, „Planet Viva“.Das ebnete ihr den Weg zum Film. 2001 sorgte sie in „Nichts bereuen“ für Aufsehen. Am Set lernte sie Daniel Brühl kennen und lieben. Bis 2006 galten sie als das Traumpaar des jungen deutschen Films. Dann folgte die Trennung. Thomas Gottschalk holte sie 2001 als Backstage-Reporterin zu „Wetten, dass …?“. Ein Jahr später, der Ausstieg bei Viva. Wie einst Heike Makatsch suchte Jessica Schwarz ihre Zukunft im Schauspiel. Bis heute mit Erfolg. So konnte man sie in Benjamin Quabecks NDW-Drama „Verschwende deine Jugend“ (2003) sehen. Für „Kammerflimmern“ bekam sie 2004 den bayerischen Filmpreis. Es folgte die Romanverfilmung „Das Parfum“ (2006) und eine Rolle als Männer mordende Femme Fatale „Lulu“ (2006).2008 wirkt sie bei der Verfilmung der Buddenbrooks mit. Des ersten Romans von Thomas Mann. Regie führt Heinrich Breloer, der bereits 2001 die Geschichte der „Manns“ ins Fernsehen brachte. Jessica spielt die kindlich naive „Tony“. Die vorherigen Buddenbrooks-Verfilmungen hat sie sich dabei bewusst nicht angesehen, um in die Rolle möglichst viel von sich einzubringen.Ihr nuanciertes Spiel, eine mutige Rollenauswahl und stetig wachsendes Kritikerlob sind nur einige Merkmale, die Schwarz aus dem Meer an Jungdarstellern herausstechen lassen. Der Film "Romy" ragt für Jessica Schwarz nicht nur aus persönlichen Gründen aus ihrem Œuvre heraus: Im Jahr 2009 übernahm Schwarz die Hauptrolle in der Biografie ­„Romy“, basierend auf dem Leben von Romy Schneider. Eine Rolle, die sie zunächst abgelehnt hatte: „Für mich war eigentlich immer klar, dass ­Marie Bäumer oder Romys Tochter Sarah das spielen werden. Erst als Monate später die zweite Anfrage kam, dachte ich: Das kann kein Zufall sein“, verriet sie anlässlich der Premiere in einem Interview. Nicht nur die äußerliche Ähnlichkeit zwischen Schwarz und Schneider sorgte anschließend für Gesprächsstoff. Denn ebenso wie Schneider nach ihrer Trennung von Alain Delon, unternahm Schwarz Medienberichten zufolge einen Suizidversuch, als ihre Beziehung zu Kollege ­Daniel Brühl in die Brüche ging. Ein dunkles Kapitel, dass Schwarz glücklicherweise hinter sich gelassen hat. Inzwischen ist sie wieder glücklich ­liiert, eröffnete 2008 in ihrem Heimatort Michelstadt gemeinsam mit ihrer Schwester ein ­Hotel unter dem klangvollen Namen „Die Träumerei“ und arbeitete in zahlreichen neuen Projekten, wie dem TV-Mehrteiler „Baron Münchhausen“ oder dem ungewöhnlichen  Drama „Der Mann der über ­Autos sprang“.

Starportrait empfehlen