Franziska Petri

Schauspiel statt neuen Hüten Es ist dieses Elfenhafte, das den Zuschauer fasziniert, wenn Franziska Petri auf dem Bildschirm erscheint und mit meist ernsten Augen in die Kamera blickt. So wie heute, im Theaterfilm "Platonow". Als nächstes fällt ihre aufrechte Haltung ins Auge. Letzteres hat viel mit ihrer Ballett- und Gesangsausbildung zu tun, die die 42-Jährige mit der rotblonden Mähne schon als Kind mit auf den Weg bekam. Schon damals, ja sogar schon im Kindergarten, habe sie gewusst, dass sie Schauspielerin werden wolle. Trotzdem lernte die gebürtige Leipzigerin dann zuerst einmal als Putzmacherin das Herstellen von Hüten. Eine Zeit, die die Schauspielerin in guter Erinnerung hat. Mit 30 anderen Frauen arbeitete sie damals, zur Wendezeit, in einer Leipziger Werkstatt. Damals habe sie auch montags demonstriert. Nach dem Abschluss bewarb sie sich an der renommierten Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin - mit Erfolg. Schon während des Studiums gab es erste Theater-Engagements und eine Rolle in der TV-Serie "Wolffs Revier". Russisch lernen für den Film 1998 folgte der erste Kinofilm "Das Mambospiel". Bekannt wurde Petri mit "Vergiss Amerika" (2000), dem Regiedebüt von Vanessa Joop. In Werken wie "Das Herz ist ein dunkler Wald", "Der Tag, an dem ich meinen toten Mann traf" oder "Schattenwelt" stellte sie ihre große Wandlungsfähigkeit unter Beweis. 2012 lernte sie für "Izmena" Russisch - und bekam für ihre Darstellung den "Goldenen Löwen" in Venedig und die Hauptpreise der Filmfestivals von Abu Dhabi und Tallinn. Auch in vielen TV-Krimis lieferte sie Glanzleistungen ab, darunter "Ein starkes Team" und "Tatort". Ihr politisches Engagement zeigt die Mutter einer Tochter heute vor allem im Privaten. "Ich versuche, durch mein Verhalten meine Umwelt zu beeinflussen" , erklärte Petri, die früher mit Schauspielkollege Uwe Kockisch liiert war.

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