Adele Neuhauser

In "Venus im vierten Haus" spielt Adele Neuhauser ihre Paraderolle: die liebenswerte Grantlerin!

Schicksalhafte Achillesferse

"Des Leben ist z'kurz, zum beleidigt san!" ist das fröhliche Fazit der Komödie "Venus im vierten Haus", die laut Sender eigens für Hauptdarstellerin Adele Neuhauser geschrieben wurde. In der Tat ist die Rolle der liebenswerten Grantlerin wieder eine Paraderolle für die Mimin, die bereits fünfmal mit dem Film- und Fernsehpreis Romy ausgezeichnet worden ist. 

Das Kantige, Nichtstromlinienförmige lieben Zuschauer an ihren Figuren z.B. die gegen Alkoholsucht und Burn-out kämpfende "Tatort"-Kommissarin Bibi Fellner. Dabei sagt die gebürtige Griechin, die mit vier nach Österreich kam, von sich, dass sie eine sensible Seele sei, auch wenn man es ihr nicht ansähe. Weitere Überraschung: Neben der Schauspielerei wäre ihr zweiter Traumberuf Tänzerin gewesen, sie besuchte eine Ballettschule in Wien, verletzte sich aber an der Achillesferse. Im Nachhinein ein Fingerzeig des Schicksals, denn nach ihrer Ausbildung an der Schauspielschule Krauss in Wien half ihr das Metier, ihr Kindheitstrauma zu verarbeiten. 

"Ich war mein größter Feind"

Mehrmals versuchte Neuhauser, sich umzubringen. Darüber spricht die Schauspielerin ganz offen, nicht nur in ihrer Biografie "Ich war mein größter Feind": "Das waren Hilferufe". Heimweh nach Griechenland, das Gefühl, schuld zu sein am Scheitern der Ehe ihrer Eltern. Erst mit 21 habe sie sich eingestehen müssen, am Leben zu hängen. Von da an ging es aufwärts. 

Die Rolle des Mephisto am Stadttheater Regensburg und der Medea am Staatstheater Mainz waren Meilensteine ihrer Karriere. Neben ihren Theaterengagements zog es die 1959 geborene Mimin ins TV. Seit ihrer Scheidung von Regisseur Zoltan Paul lebt Adele Neuhauser in Wien. Ihre Pläne für die Zukunft: Großmutter werden, viel Reisen. Und noch viele schöne Arbeiten mit ihrem Sohn Paul, einem Jazzmusiker, mit dem sie oft gemeinsam auftritt.

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