Adele Neuhauser

Eine Frau mit Ecken und Kanten – das Nichtstromlinienförmige lieben Zuschauer an Adele Neuhauser. Und an ihren Figuren – z.?B. die mit Alkohol und Burn out kämpfende „Tatort“-Kommissarin Bibi Fellner oder die derbe Bäuerin und Hobbydetektivin Julie Zirbner aus „Vier Frauen und ein Todesfall“ (seit 2005). Dabei sagt die gebürtige Griechin, die mit vier nach Österreich kam, von sich, dass sie eine sensible Seele sei, auch wenn man es ihr nicht ansähe. Weitere Überraschung: Neben der Schauspielerei wäre ihr zweiter Traumberuf Tänzerin gewesen, sie besuchte eine Ballettschule in Wien, verletzte sich aber an der Achillesferse.Im Nachhinein ein Fingerzeig des Schicksals – denn nach ihrer Ausbildung an der Schauspielschule Krauss in Wien half ihr das Metier, ihr Kindheitstrauma zu verarbeiten. Mehrmals versuchte Neuhauser, sich umzubringen. Darüber spricht sie ganz offen: „Das waren Hilferufe.“ Heimweh nach Griechenland, das Gefühl, schuld zu sein am Scheitern der Ehe ihrer Eltern: „Das war eine sehr, sehr schwierige Phase für mich.“ Erst mit 21 habe sie sich eingestehen müssen, am Leben zu hängen. Von da an ging es aufwärts: Die Rolle des Mephisto am Stadttheater Regensburg und der Medea am Staatstheater Mainz waren Meilensteine ihrer Karriere. Neben ihren Theaterengagements zog es die 1959 geborene Mimin ins TV. Zu sehen war sie u.?a. in „Doctor’s Diary“ und in „Der Heiratsschwindler und seine Frau“ (2012). 2012 und 2013 wurde sie mit der Romy ausgezeichnet. Seit ihrer Scheidung von Regisseur Zoltan Paul lebt sie in Wien.

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