Christoph Maria Herbst

Spätestens, seit 2004 die erste Staffel von „Stromberg“ anlief, dürfte er jedem Comedy-Fan bekannt sein. Bernd Stromberg, Ressortleiter bei der „Capitol“-Versicherung, Buchstaben M bis Z, ist ein Chef zum Abgewöhnen. Geschmeidig beherrscht er die üblichen Bürosportarten – nach oben buckeln, nach unten treten. Seine sozialen Fähigkeiten sind kaum wahrnehmbar, dafür handhabt er das Baden in Fettnäpfchen mit meisterhafter Perfektion. Übrigens: Die Halbglatze des Bürohengstes ist rasiert - Herbst ist durchaus noch im Besitz seiner Stirnhaare.Eine komplett unrealistische, in freier Büro-Wildbahn so niemals anzutreffende Figur also? Nicht ganz. Christoph Maria Herbst gibt zu, dass ihm bei den Dreharbeiten hin und wieder durchaus ein Vorbild durch den Kopf spukte... Der Komiker hat nämlich tatsächlich eigene Büroerfahrungen. In den 80er-Jahren hockte er hinter einem Schreibtisch, weil er der „sanften Gewalt“ seiner Eltern nachgegeben hatte und etwas Vernünftiges lernte, Bankkaufmann. Danach hielt ihn nichts mehr und er ging endlich zum Theater, was er schon seit seiner Schulzeit tun wollte. Sein Handwerk hat er sich selbst beigebracht, an der Schauspielschule wurde er nicht aufgenommen. Dafür hatte der Intendant des Stadttheaters Bremerhaven mehr Durchblick und engagiert ihn sofort.Anschließend kamen TV-Filme, Serien und eben „Stromberg“. Allerdings plant er nicht, von jetzt ab nur noch Comedy zu machen. Er will „widersprüchlich“ bleiben. Zum Glück. Trotzdem durften wir ihn mit Charlotte Roche auf Lesetour für „Penisverletzung durch Masturbation mit Staubsauger“ erleben.Im Kino war Herbst in Nebenrollen u.a. in „Der wirklich letzte Junggeselle“ (1998), „(T)Raumschiff Surprise – Periode 1“ (2004) und „Aus der Tiefe des Raumes“ (2004) zu sehen.In letzter Zeit stand er auch mal in nicht ganz so lustigen Filmen vor der Kamera: So etwa in Doris Dörries Beziehungsdrama „Der Fischer und seine Frau“ (2004) und neben Anke Engelke, Moritz Bleibtreu, Alexandra Maria Lara und Uwe Ochsenknecht in „Vom Suchen und Finden der Liebe“ (2005), 2006 dann in der „Hui Buh“-Verfilmung mit Bully Herbig. Seine erste richtig große Hauptrolle spielte Herbst im Kinofilm „Die Aufschneider“ (2007), einer Krankenhaus-Komödie.Beruflich ist der Wahl-Kölner nicht zu bremsen: Die vierte Staffel "Stromberg" ist in Planung und auch von einem Kinofilm mit dem Bürofiesling wird gemunkelt. Und wer weiß? Vielleicht klappt es auch mit dem 3sat-Zuschauerpreis für den Ritter von trauriger Gestalt.

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