"Der Graf"

Das klingt aus Sicht von Unheilig-Fans der ersten Stunde ziemlich gruselig. Aber "der Graf" ist im Jahr 2010 zu einem Pop-Phänomen geworden.Und hat sich ein neues, weites Feld an Menschen erschlossen, die seine Musik irgendwo zwischen Joachim Witt, Grönemeyer und Rammstein lieben: "Warum soll ich ’nein’ sagen, wenn ich gefragt werde, in eine Show zu kommen. Ich habe doch kein Problem damit, wenn Menschen, die kein Schwarz, sondern Rot, Gelb, Grün tragen, meine Musik mögen." "Der Graf" kam in Aachen zur Welt. Wann genau, weiß das Publikum ebenso wenig wie seinen echten Namen: "Ich will mein Privatleben aus der Öffentlichkeit halten. Ich bin in den 70er-Jahren geboren und habe in den 80ern die Musik entdeckt. Das muss reichen." Gelernt hat der Mann mit der Glatze und den Dreiecksbärtchen unter den Mundwinkeln den Beruf des Hörakustikers. 1999 gründete er die Band Unheilig und fand mit seinen bedeutungsschweren bis kitschigen Texten, vorgetragen mit seiner tiefen sonoren Stimme, schnell Anhänger in der schwarzen Szene. Sechs Alben lang blieb "der Graf" mit schwarz lackierten Fingernägeln und weißen Kontaktlinsen Teil dieser Subkultur. Doch mit dem Song "Geboren um zu leben", geschrieben für einen verstorbenen Freund, änderte sich schlagartig alles. Dann also der vorläufige kommerzielle Höhepunkt mit dem Auftritt bei Carmen Nebel zwischen Schlager, Volksmusik und Kuschel-Klassik. Keine Bange, "der Graf" ist brav.

Starportrait empfehlen