Aamir Khan

Khan ist jemand, der im indischen Filmgeschäft neue Wege geht und sich auch an kritische Inhalte wagt. Denn Bollywood mit all ­seinen quietschbunten und ­heiteren Produktionen will in erster Linie das Publikum mit ein paar unterhaltsamen Stunden vom tristen Alltag ablenken.Da ist ein Film wie "Taare Zameen Par", der von den Problemen eines lernbehinderten Jungen erzählt, ein ­Novum. Die Stadt Mumbai hat, angeregt durch "Taare Zameen Par", erstmals Klassen für autistische Schüler eingerichtet. Khan nimmt solche Erfolge gelassen. Auf das Kompliment eines "SZ"-Reporters, er habe mit seinen ­Filmen Indien verändert, erwiderte er: "Bin ich Gandhi? Ich mache Filme, ich bin weder Politiker noch Pädagoge noch Filmgeschichtsveränderer." Was dann doch etwas nach Understatement klingt. Immerhin reformierte der zweifache Vater mit "Lagaan", der 2002 eine Oscar-Nominierung gewann, die Produktionsweise indischer Filme. Seitdem werden die Streifen in einem Stück gedreht, während sich früher die Dreh­arbeiten über Jahre hinziehen konnten. Der in zweiter Ehe verheiratete Darsteller gilt in der Branche als Perfektionist. Da er sich immer nur auf ein Projekt konzentriert, wirkte Khan erst in 42 Filmen mit. Indische Kollegen kommen in der gleichen Zeit auf doppelt so viele Rollen. Auf Deutsch sind nur wenige Filme mit dem Star, der als Tom Cruise von Bollywood beschrieben wird, erschienen: Einer davon ist "Fanaa – Im Sturm der Liebe", ein ­Melodram mit der wunderschönen Kajol. Taschentücher bereithalten!

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