Christian Tramitz

Doch der Münchner überlegte es sich anders, belegte an der Uni Kunstgeschichte, Philosophie und Theaterwissenschaft, nahm Schauspielunterricht und verdiente sich am Ingolstädter Theater die ersten Sporen. Tourneen mit Harald Leip­nitz und Ingrid Steeger, kleinere TV-Rollen – die Weichen waren gestellt. Auf die Erfolgsschiene geriet Tramitz 1997: Zusammen mit Michael "Bully" Herbig und Rick Kavanian produzierte er die "bullyparade". Sechs Staffeln lang, mit stetig ansteigender Fanschar. Den Durchbruch schaffte das Comedy-Trium­virat mit der Winnetou-Persi­flage "Der Schuh des Manitu". Über elf Millionen Besucher lockte die Komödie in die Kinos, keinem anderen deutschen Film war ein ähnlicher Triumph vergönnt. Der Nachfolger, "(T)raumschiff Surprise – Periode 1" war erwartungsgemäß wieder ein Kassenschlager. Wortgewandter Pole, Ranger, schwuler Captain Kork: Tramitz’ Figuren besitzen Kultstatus. Weniger bekannt ist, dass der Comedian, der mit Frau und drei Kindern – darunter zwei aus erster Ehe – am Starnberger See lebt, routinierter Syn­chron­sprecher ist. Er ist die deutsche Stimme von Antonio Banderas und Matt Dillon und sprach den Clownfischpapa in "Findet Nemo". In "Tamitz and friends" versucht Tramitz erstmals sein Glück ohne das eingespielte Gespann Herbig und Kavanian.Das sei eine "ganz brutale Umstellung" gewesen. Einsam fühlte er sich nicht: Für die neue Show drehte er Sketche mit mehr als 50 befreundeten Schauspielern und Komikern. Ob es genau so viel Spaß gemacht hat wie mit Bully und Rick – mal sehen.

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