Michael Gwisdek

Seinen größten Erfolg feierte Michael Gwisdek wohl mit seinem Regiedebüt "Treffen in Travers". Der Film brachte ihm 1990 eine Einladung nach Cannes ein. Bis der 1942 in Berlin-Weißensee als Sohn eines Kneipenwirts geborene Künstler seinen Weg vor und auch hinter die Kamera fand, musste er einiges ausprobieren. Unter anderem arbeitete er als Trabrennfahrer: "Mit meinem Trabrennfahrer-Ausweis bin ich in das Reservat reingekommen, wo die Berlinale-Stars saßen, von Gert Fröbe bis Rolf Eden. Da war mir klar: Das wär' doch ein Beruf für mich." In den 60ern machte sich Gwisdek als Theaterschauspieler einen Namen. Der Durchbruch gelang ihm in "Dein unbekannter Bruder" und "Olle Henry" von Ulrich Weiß. In den 80ern und 90ern glänzte Gwisdek in kritisch gefeierten Filmen wie Hark Bohms "Der Fall Bachmeier", für den er mit dem "Silbernen Hugo" ausgezeichnet wurde. Es sollte nicht der letzte Preis sein, mit dem Gwisdek sich schmücken durfte: Neben dem Grimme-Preis heimste er u.a. den Silbernen Bären - für seine Leistungen in "Nachtgestalten" - und den Deutschen Filmpreis ein. Im TV ist Gwisdek Dauergast. Routinier des Deutschen Films Neben Gastrollen in Krimireihen wie "Tatort" oder "Bella Block" beweist Gwisdek in Formaten wie "Altersglühen" oder "Eins ist nicht von dir" seinen Humor. Im letzten Jahrzehnt machte er im Kino durch schrullige Nebenrollen wie in "Goodbye Lenin!" oder "Jesus liebt mich" auf sich aufmerksam. Für seinen Part in "Oh, Boy" erhielt er 2013 den Deutschen Filmpreis - und schnappte seinem ebenfalls nominierten Sohn Robert, aus erster Ehe mit Corinna Harfouch, den Preis vor der Nase weg. Gwisdek lebt mit seiner zweiten Frau in der Schorfheide nahe Berlin in einer Datscha.

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