Wim Wenders

Er gehört zu den wichtigsten deutschen Filmschaffenden nach 1945 und ist eine der prominentesten Figuren des sogenannten Neuen Deutschen Films: Wim Wenders. 1945 in Düsseldorf geboren, studierte Wenders an der Hochschule für Fernsehen und Film in München. 1971 gründete er mit Gleichgesinnten aus dem Umkreis des Neuen Deutschen Films den Filmverlag der Autoren. Nach Romanverfilmungen (u.?a. Die Angst des Tormanns beim Elfmeter nach Peter Handke) gelang dem jungen Regisseur 1974 mit Alice in den Städten der Durchbruch.  Der Einfluss der US-Kultur und die Auseinandersetzung mit der deutschen Gegenwart prägen diesen Film ebenso wie viele spätere Arbeiten von Wenders. Mit Der amerikanische Freund (1977), nach einer Vorlage von Patricia Highsmith, wurde er auch in den USA bekannt. Doch sein Versuch, dort den Film Hammett zu realisieren, wurde von Schwierigkeiten und Streitereien überschattet, die der Regisseur später in Der Stand der Dinge (1982) verarbeitete. In den 80er-Jahren drehte Wim Wenders zwei seiner bekanntesten und erfolgreichsten Filme: Paris, Texas (1984), der in Cannes die Goldene Palme gewann, sowie den märchenhaft-poetischen und preisgekrönten Der Himmel über Berlin (1987) mit Otto Sander und Bruno Ganz. Weniger Glück war dem Regisseur mit seinen Projekten in den 90ern beschieden. Filme wie Bis ans Ende der Welt (1991) oder Am Ende der Gewalt (1997) wurden häufig als überlang und prätentiös kritisiert. Viel Lob, Erfolg und eine Oscar-Nominierung gab es hingegen für den Dokumentarfilm Buena Vista Social Club (1999) über kubanische Musik. Im neuen Jahrtausend drehte Wenders neben weiteren Dokus die Spielfilme Don’t Come Knocking (2005) und Palermo Shooting (2008), in dem Campino, der Sänger der Toten Hosen, die Hauptrolle spielt. Der in fünfter Ehe verheiratete Regisseur, dessen Markenzeichen ein wilder Haarschopf ist, lehrt seit 2003 an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. 2011 drehte er den mit dem Deutschen Filmpreis bedachten Tanzfilm Pina, eine Hommage an die Choreografin Pina Bausch. 

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