Kritik: Kommissarin Louise Bonì

Die neue Krimireihe "Komissarin Louise Bonì" lässt Melika Foroutan mit ihrer chauvinistischen Umwelt und einem deprimierenden Fall kämpfen.

Erst Entziehungskur, dann Polizei

Es ist wohl der am wenigsten geeignete Fall für die frisch von der Entziehungskur in den Job zurückkehrende Kommissarin Bonì: Zwei pubertierende Jungs finden in einer Scheune eine misshandelte, vergewaltigte junge Frau. Schon in diesen Momenten beginnt Regisseurin Brigitte Maria Bertele ein düsteres, desillusionierendes Bild von der Position der Frauen in unserer Gesellschaft zu zeichnen, denn statt die Polizei zu rufen, ist der erste Instinkt der Jungen Neugier und fast schon kranke Faszination.

Die bezahlt einer der beiden mit dem Leben. Die Ermittlungen im Fall des ermordeten Jungen und des vermissten Mädchens gestalten sich schwierig, nicht nur, weil Boni weiter mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen hat, sondern auch mit chauvinistischen, feindseligen Kollegen. Um ob des immer deprimierender werdenden Falls nicht wieder zu trinken, raucht sie wie ein Fabrikschornstein.

Starker Start einer detailversessenen Ermittlerin

Die traurige Erkenntnis, die Boni fast am eigenen Leib erfahren muss: Auch in unserer ach so aufgeklärten, modernen Gesellschaft sind Frauen für einige Männer dennoch nichts weiter als Opfer, keine Person, sondern ein Objekt. Melika Foroutan verleiht der detailversessenen Ermittlerin eine spröde Verletzlichkeit, hinter der sich jedoch ein Rückgrat und ein Wille aus Stahl verbergen. Von dieser Kommissarin sieht man gern mehr

20.2.2016, 0.00 Uhr

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