Kritik: Polizeiruf 110: Grenzgänger

Der "Polizeiruf 110: Grenzgänger" bietet einen vielversprechenden Auftakt für das neue deutsch-polnische Team

Ende einer "Polizeiruf"-Ära

Alter Hut, dass im "Polizeiruf" die Spielwiese oft größer und bunter ist als im "Tatort". Und diese Wiese wurde von den Machern des "Polizeiruf"- Teams aus der Brandenburgischen Provinz mal wieder voll ausgenutzt. Gut, nach dem Weggang von Wachtmeister Krause und dem damit verbundenen Ende einer Ära ist die Truppe ausgedünnt, im besten Wortsinn.

Aber Maria Simon hat fraglos genug Bildschirmpräsenz, um die Lücke, die das sympathische Dickerchen hinterlassen hat, auch allein zu besetzen. Zumal der RBB mit ihr und der neuen deutschpolnischen Ermittlertruppe einen recht interessanten geografischen und politischen Versuchsballon startet. Nach einem realen Vorbild in Swiecko bei Slubice, das durch ein im Juli in Kraft getretenes Polizeiabkommen besondere Aktualität erfährt.

Tatort Frankfurt/Oder

Ob das als Gesamtkonzept taugt? Man wird sehen. Frau Lenskis neuer Kollege Adam Raczek (Lucas Gregorowicz) blieb noch etwas verrätselt. Der Auftakt unter Regisseur und Co-Autor Jakob Ziemnicki war jedoch vielversprechend. Fast schon poetische Kamerafahrten und die anspruchsvolle Filmmusik taten ein Übriges. Und mit einem festen TV-Kommissariat im Grenzgebiet von Frankfurt/Oder ist der Krimiklassiker immerhin so weit östlich angekommen wie noch keiner vor ihm.

21.12.2015, 0.00 Uhr

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