Kritik: Wilsberg - 48 Stunden (ZDF)

Filmriss

Bravo! Der neue "Wilsberg" kann sich sehen lassen: ein ungewohnt rasanter Fall für den Privatdetektiv und sein Team

Kein Schimmer

Nachdem die letzten Fälle für den mürrischen Privatschnüffler aus Münster ein wenig vor sich hin plätscherten, dreht das Team um Leonard Lansink alias Georg Wilsberg in "48 Stunden" endlich mal wieder auf. Diesmal im Mittelpunkt der Ermittlungen: Overbeck (Roland Jankowsky). Der braucht - ausgerechnet! - Wilsbergs Hilfe, weil er einen kapitalen Filmriss hat. Gerade sollte er noch des Kriminalrats Töchterlein aus der Disco abholen, da liegt er schon, von K.o.-Tropfen betäubt, im Straßengraben. Mädchen weg. Dienstwaffe weg. Und genau mit dieser Waffe wurde ein Mann erschossen. Kommissarin Springer (Rita Russek) ist "not amused".

Es bleibt spannend

Regisseur Dominic Müller und Autor Timo Berndt erzählen die Geschichte in Rückblenden. Weshalb es dem Zuschauer gelegentlich so geht wie Overbeck selbst: Er verliert die Orientierung. Genau deshalb ist diese "Wilsberg"-Folge aber auch von Anfang bis Ende spannend. Das rasante Tempo der Eingangssequenz hält der Film zwar nicht. Aber der krachige Auftakt mit wilden Schnitten dürfte eingefleischte "Wilsberg"-Fans ohnehin eher irritiert haben. Im gewohnt bedächtig inszenierten Rest der Folge halten sich Spannung und lakonischer Witz wunderbar die Waage. Im Showdown lassen es die Macher dann noch einmal richtig krachen. Am Ende möchte man rufen: "Bravo, Overbeck!". Wer hätte das je gedacht!

Autorin: Martina Borgschulze

13.10.2015, 0.00 Uhr

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